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Der Bauboom im Landkreis Northeim ist vorbei

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Von: Axel Gödecke

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Neubauten, wie hier eine Wohnanlage für Eigentumswohnungen an der Sudheimer Straße in Northeim, wird es künftig wohl deutlich weniger geben.
Neubauten, wie hier eine Wohnanlage für Eigentumswohnungen an der Sudheimer Straße in Northeim, wird es künftig wohl deutlich weniger geben. © Axel Gödecke

Steigende Zinsen, heftig anziehende Baupreise und die Unsicherheit aufgrund der durch den Ukrainekrieg drastisch steigenden Energiekosten: All das hat dazu geführt, dass die Baunachfrage in diesem Jahr deutlich rückläufig ist. Das ist auch im Landkreis Northeim spürbar.

Northeim – So ist die Zahl der Baugenehmigungen, die der Landkreis und die beiden Städte Northeim und Einbeck in diesem Jahr bislang (bis Oktober) erteilt haben, gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres um etwa 17 bis 20 Prozent gesunken.

Waren es im vorigen Jahr, also im Jahr vor dem Ukrainekrieg, bis in den Oktober noch etwa 530 Bauanträge, die von den Bauämtern bearbeitet wurden, so sind es in diesem Jahr bislang nur um die 440.

Besonders spürbar ist der Rückgang bei den Baugenehmigungen für Einfamilienhaus-Neubauten. Wurden im vorigen Jahr bis Oktober noch rund 140 Neubauten beantragt und genehmigt, so sind es in diesem Jahr bislang nur 82. Das entspricht einem Rückgang von etwa 40 Prozent.

Das bestätigt auch Andreas Ruhnau, Vertriebschef bei der Firma Meyerbau in Lindau. „Wir haben zwar aktuell keine Stornierungen von Aufträgen zu verzeichnen, aber die Nachfrage nach neuen Projekten ist nach dem regelrechten Hype im vorigen Jahr spürbar gesunken“, sagt er, und macht als Hauptgründe die wieder steigenden Bauzinsen und die Preisentwicklung aus.

Bei Mehrfamilienhäusern ist der Rückgang der Bautätigkeit hingegen kaum spürbar. Ihre Anzahl fällt mit kreisweit aktuell zehn Objekten aber auch kaum ins Gewicht. Im Vorjahr waren es auch nicht wesentlich mehr.

Die weitaus meisten erteilten Baugenehmigungen gab es in diesem Jahr bislang für Erweiterungen von bestehenden Wohngebäuden. Deren Anzahl stieg sogar leicht von rund 100 auf 110. Hier wird also noch investiert „Wer genug Bargeld auf der hohen Kante hat, der steckt auch noch was ins eigene Haus“, betont dazu Meyerbau-Vertriebschef Ruhnau.

Ein leichter Rückgang hingegen ist auch bei den Gewerbebauten zu verzeichnen. Gab es im Vorjahr bis zum Oktober kreisweit noch etwas über 90 Baugenehmigungen, so sank die Zahl in diesem Jahr auf bislang 79, ein Rückgang von 13 Prozent.

Der Rest der über 200 Baugenehmigungsfälle in den Statistiken der Bauämter bezieht sich auf meist kleinere Neubauten wie Garagen oder soziale Einrichtungen. (goe)

Baugenehmigungen gibt es von drei Stellen

Wer bauen möchte, braucht eine Baugenehmigung oder muss das Vorhaben anzeigen. Zuständig sind die Bauaufsichtsbehörden. Die sind in Northeim und Einbeck bei den Stadtverwaltungen angesiedelt, für die Genehmigung von Bauten im übrigen Kreisgebiet ist der Landkreis zuständig. Faustregel: Genehmigungspflichtig sind Gebäude über 40 Kubikmeter (außerorts 20) Bruttorauminhalt. (NBauO, Anhang zu § 60, Absatz 1). (goe)

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