1. Startseite
  2. Lokales
  3. Northeim
  4. Northeim

36-Jährige aus Hohnstedt ist glücklich: Der Krebs ist besiegt

Erstellt:

Von: Kathrin Plikat

Kommentare

Die Haare wachsen wieder: Nadja Mann aus Hohnstedt gilt aktuell als gesund.
Die Haare wachsen wieder: Nadja Mann aus Hohnstedt gilt aktuell als gesund. © Melanie Blank Fotografie/nh

Noch im Frühjahr suchten Familie und Freunde gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung nach einem genetischen Zwilling für die an Leukämie erkrankte Nadja Mann aus Hohnstedt – jetzt ist der Krebs erst mal besiegt - auch ohne Stammzellspende.

Hohnstedt – Das sind gute Nachrichten: Denn nun haben die Ärzte überraschend Entwarnung gegeben: Der Blutkrebs ist aktuell nicht mehr nachweisbar, eine Stammzelltransplantation vorerst nicht notwendig.

„Das ist alles noch ein bisschen unwirklich. Aber das Größte ist jetzt für mich, dass ich bei meiner Familie sein kann“, sagt die Hohnstedterin. Sie möchte sich bei den Menschen bedanken, die im Juni den Typisierungsaufruf der Stefan-Morsch-Stiftung haben: „Danke von Herzen!“

Ein Rückblick: Im Frühling 2022 erwarten die 36-Jährige und ihr Mann ihr zweites Kind. Doch noch im Kreißsaal wird dieser besondere Tag zum Alptraum: Bei Nadja wird Leukämie diagnostiziert – ein großer Schock. Während die neugeborene Hannah bald zu ihrem Vater und Bruder Henry nach Hause darf, muss ihre Mutter in der Klinik bleiben. Um Nadja zu helfen, einen passenden Spender zu finden, stellen ihre Freundinnen mit der Kirchengemeinde und mehreren Vereinen eine Typisierungsaktion auf die Beine, unterstützt von der Stefan-Morsch-Stiftung.

Mehr als 200 Menschen folgten im Juni dem Aufruf und registrierten sich als potenzielle Lebensretter für Nadja und andere Betroffene weltweit. „Mir wird erst jetzt bewusst, was da im Krankenhaus alles passiert ist und wie schlecht es mir ging“, sagt die 36-Jährige heute. Die monatelange Chemotherapie sieht man ihr mittlerweile kaum noch an: „Ich komme schnell an meine Grenzen, gehe aber viel spazieren, um wieder zu Kräften zu kommen“, erklärt sie.

Auch ihre Haare sind wieder gewachsen. Der erste Friseurbesuch nach der Chemotherapie sei ein echter Glücksmoment gewesen. Sie habe gelernt, sich über die kleinen Dinge zu freuen. „Ich genieße es, meine Kinder aufwachsen zu sehen. Hannah ist schon richtig groß geworden und brabbelt schon. Auch Henry geht es gut.“ Immer wieder habe der heute Dreijährige gefragt, wann seine Mama denn wieder gesund sei. „Das war eine ganz schwere Frage, auf die ich lange keine Antwort wusste. Jetzt kann ich ihm sagen ’Ja, ich bin wieder gesund‘.

Auch die Bereitschaft, Geld zu spenden, war extrem hoch: 29.900 Euro sind dank des Engagements von Nadjas Unterstützern zusammengekommen – für den Kampf gegen Leukämie. Spendengeld ist laut Pressemitteilung ein wichtiger Faktor für die gemeinnützige Stefan-Morsch-Stiftung, denn damit könnten zum Beispiel die Kosten für die Neuaufnahme potenzieller Stammzellspender von je 40 Euro gedeckt werden.

Zudem unterstütze die Stiftung Betroffene und ihre Familien, wenn diese aufgrund der Erkrankung in eine finanzielle Notlage gekommen sind. Auch Forschungsprojekte würden gefördert, heißt es weiter.

Über die guten Nachrichten aus Hohnstedt freut sich auch Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stefan-Morsch-Stiftung, in einer Stellungnahme: „Allein die Vorstellung, dass die Ungewissheit im Moment erst einmal hinter der Familie liegt, finde ich sehr bewegend. Wir drücken natürlich fest die Daumen, dass das so bleibt und die Leukämie nicht zurückkommt.“ (kat)

Auch interessant

Kommentare