Umfangreiche Holzfällarbeiten

Im Northeimer Wieter fallen viele Bäume

Förster Jonas Fürchtenicht zeigt Bäume, die gefällt werden müssen
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Nicht nur an der Schutzhütte der Wieterallee, sondern auch entlang der gesamten befestigten Straße zum Wieterturm und zurück sowie im Bereich Keimsdorn muss Stadtförster Jonas Fürchtenicht zahlreiche Bäume fällen lassen. Im Hintergrund sieht man links den restlichen Stamm einer vertrockneten Buche, die ohne Vorwarnung bereits abgebrochen ist.

Straße zum Wieterturm ab September montags und dienstags dicht

Northeim – Die Northeimer müssen sich darauf einstellen, dass sich der Anblick des Wieters ab Anfang September erheblich verändern wird. Denn aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind im Northeimer Stadtwald mittlerweile so viele Buchen geschädigt, dass sie aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen. Das teilte Förster Jonas Fürchtenicht vom Forstamt Moringen mit.

Außerdem gebe es derzeit noch die Möglichkeit, das anfallende Holz zu einem einigermaßen attraktiven Preis zu vermarkten, erklärt er. Und im Hinblick auf die anstehenden notwendigen Aufforstungen sei man auf diese Einnahmen dringend angewiesen.

„Die befestigte Straße, die hinauf bis zum Wieterturm und zurück bis zur Schutzhütte führt, wird ab dem 1. September voraussichtlich einen Monat lang jeweils montags und dienstags an den Ruhetagen des Wieterturm-Restaurants gesperrt“, kündigt Fürchtenicht an. „Möglicherweise müssen wir aber die Arbeiten auch noch im Oktober fortsetzen.“

Für Außenstehende sei diese drastische Maßnahme wahrscheinlich zunächst nicht nachvollziehbar, weiß Fürchtenicht. Aber aus fachlicher Sicht führe daran leider kein Weg vorbei. Der hohe Schädigungsgrad der Rinde an den betroffenen Buchen sei ebenso ein untrüglicher Hinweis wie die Tatsache, dass man derzeit am Wieterturm schon im August durch die Kronen der Bäume hindurch hinunter ins Leinetal schauen könne und bereits viele Stämme ohne Vorwarnung abgebrochen seien.

Kahle Kronen: Am Wieterturm sind die Schäden im Wald deutlich zu sehen. Diese Buchen sind nicht mehr zu retten.

„Für all diese Bäume gibt es leider keine Chance mehr, dass sie sich von den bereits bestehenden Schäden erholen könnten“, so Fürchtenicht. „Und mit dem Fällen der Bäume können wir zumindest die Voraussetzung dafür schaffen, dass der natürlich nachwachsende Wald eine Chance hat, sich zu entwickeln.“

Die Buche werde nach Ansicht Fürchtenichts künftig im Bereich des Wieters keine große Rolle mehr spielen, weil andere Arten mit den durch den Klimawandel verursachten Veränderungen besser zurechtkämen.

Wie sich die Bewirtschaftung der in seiner Verantwortung stehenden Forstflächen am Wieter und im Bereich der Fortsbetriebsgemeinschaft Hagenberg zwischen Hammenstedt und Elvershausen künftig entwickeln wird, ist laut Fürchtenicht derzeit nicht absehbar.

Die ohnehin schwierige Situation auf dem Holzmark sei durch die Corona-Pandemie noch verstärkt worden. Denn für die großen Mengen an sogenanntem Kalamitätsholz, also Holz das aufgrund von Sturmschäden, Borkenkäferbefall und die Trockenheit angefallen ist, das zuvor noch nach China exportiert werden konnte, gebe es jetzt kaum noch Abnehmer. Und das gelte nicht nur für Nadelbäume wie die Fichten, sondern mittlerweile auch schon für die Buche.

Auch künftig soll die Stadt Moringen im Rahmen einer Forstbetreuungsvereinbarung für die Bewirtschaftung der Northeimer Waldflächen zuständig sein. Dafür hat sich der Northeimer Finanzausschuss in seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen, in der Fürchtenicht die aktuelle Situation erläuterte.

Demnach haben die sinkenden Einnahmen und die Notwendigkeit, geschädigte Bäume entfernen zu müssen, auch finanzielle Auswirkungen für die Stadt Northeim. So schloss das vergangene Geschäftsjahr für den Northeimer Stadtwald zwar mit einem Gewinn von rund 17 500 Euro ab, für die Forstbetriebsgemeinschaft Hagenberg stand allerdings am Ende ein Verlust von 16 900 Euro.

Im laufenden Jahr wurden im Stadtwald bislang rund 2300 Festmeter Holz eingeschlagen, das für insgesamt 151 700 Euro verkauft wurde. Im Bereich Hagenberg wurde kein Holz geerntet. Aufgrund des Verkaufs einiger eingelagerter Reste gab es aber trotzdem geringe Einnahmen von 200 Euro.

Nach Abzug der Kosten und Ausgaben ergibt das derzeit unter dem Strich für den Northeimer Stadtwald ein Plus von rund 50 600 Euro und für den Bereich Hagenberg ein Minus von rund 13 400 Euro.

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