Bauantrag vom Sofa aus

Digitalisierungsstrategie für den Landkreis Northeim geht in die politische Diskussion

Vom Antrag für einen neuen Pass bis zum Bauantrag: Alles soll vom heimischen Computer aus möglich werden.
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Vom Antrag für einen neuen Pass bis zum Bauantrag: Alles soll vom heimischen Computer aus möglich werden.

Der Landkreis Northeim will eine Online-Plattform etablieren, auf der er und die Städte und Gemeinden ihre Dienstleitungen digital anbieten.

Northeim – Vom Antrag für einen neuen Pass bis zum Bauantrag soll damit alles vom heimischen Computer aus möglich werden.

Geplant ist nach Auskunft der Kreisverwaltung, dass die Plattform, die in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister Kommunale Dienste Göttingen (KDG), einem Tochterunternehmen der Stadt Göttingen, bis Ende nächsten Jahres so weit aufgebaut wird, dass die Städte und Gemeinden dort ihre Dienstleistungen anbieten können.

Diese Plattform sei ein zentraler Baustein der Digitalisierungsstrategie, die Landrätin Astrid Klinkert-Kittel jetzt den politischen Gremien präsentieren will. Ihr von FDP und CDU unterstützter Gegenkandidat Christian Grascha hatte bei seiner Vorstellung als Landrats-Kandidat das Vorantreiben der Digitalisierung ebenfalls als wichtiges Thema genannt.

„Die Zukunft ist l@ndlich“

Die Strategie der Kreisverwaltung trägt den Titel „Die Zukunft ist l@ndlich“. Das ehrgeizige Ziel: Durch die Digitalisierung soll der ländliche Raum als Wohn- und Lebensort attraktiver werden. Infolge des starken Anstiegs von Homeoffice werde es in Zukunft oftmals nicht mehr entscheidend sein, den Wohnort in unmittelbarer Nähe zur Arbeitsstätte zu haben. Voraussetzung dafür sei der weitere Breitbandausbau.

Der Zeitplan zur Digitalisierung in der Kreisverwaltung sieht vor, dass in diesem und im nächsten Jahr bereits 42 Digitalisierungsprojekte verwirklicht werden sollen. Dazu gehört unter anderem die Einführung sogenannter elektronischer Akten (die Unterlagen liegen dann nicht mehr in Papierform vor) nach und nach in der Kreisverwaltung sowie der Aufbau eines kreisweiten Schulnetzes.

Bürger sollen mitplanen

Weil sich die Umsetzung an den Bedürfnissen der Bürger orientieren soll, ist geplant, Einwohner und Unternehmen in den Digitalisierungsprozess einzubinden. Das soll durch die Schaffung eines Fachbeirats geschehen, in dem neben den Fachleuten aus der Verwaltung vor allem auch Experten aus der Bevölkerung mitarbeiten sollen.

Des Weiteren sind laut Pressemitteilung Online-Umfragen und nach Beendigung der Pandemie auch Präsenzveranstaltungen angedacht, um allen Interessierten eine Teilhabe am Prozess zu ermöglichen.

Einsparungen von 660 000 Euro

Eine erste Beratung über die Digitalisierungsstrategie soll im Finanzausschuss des Kreistags am Dienstag, 11. Mai, stattfinden. In seiner Sitzung am 4. Juni soll sie Thema im Kreistag sein. Dann, so heißt es in der Pressemitteilung, soll es um die Kosten und das für die Umsetzung der Strategie notwendige Personal gehen.

Wie der Sprecher der Kreisverwaltung, Dirk Niemeyer, auf Anfrage mitteilte, geht man im Kreishaus von 7,5 Stellen aus, die dafür notwendig sind. Denen stünden aber im ersten Schritt Einsparungen von 660 000 Euro gegenüber, weil dann für den Digitalpakt Schule Aufträge nicht mehr an Firmen vergeben werden müssten. (Olaf Weiss)

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