Erstmals mehr Stellen als Bewerber

Ein Drittel der Firmen sucht noch Azubis

Azubis gesucht: Das Maurerhandwerk gehört zu den Branchen, in denen auch im Landkreis Northeim noch Ausbildungsplätze frei sind. Archiv-Foto: dpa

Northeim. In Südniedersachsen gab es in diesem Jahr erstmals mehr Ausbildungsstellen als Bewerber.

Schulabgänger, die in diesem Jahr noch eine Ausbildung beginnen möchten, haben derzeit gute Chancen eine Stelle zu bekommen, denn rund ein Drittel der Firmen ist noch auf der Suche nach geeigneten Bewerbern.

Allein im Bereich des Handwerks wurden nach Angaben der Kreishandwerkerschaft Northeim-Einbeck zum 1. August noch 28 offene Stellen verzeichnet. Insgesamt gibt es laut Maik Gronemann-Habenicht, Leiter der Agentur-für-Arbeit-Geschäftsstellen Northeim, Einbeck und Uslar, im Moment kreisweit noch 110 freie Ausbildungsplätze.

„Damit hat sich der Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt“, sagt Gronemann-Habenicht. „In Südniedersachsen wurden in diesem Jahr erstmals sogar mehr Ausbildungstellen angeboten, als es überhaupt Bewerber gab.“

Lediglich bei einigen kaufmännischen Berufen gibt es derzeit mehr Bewerber als Ausbildungsplätze. In fast allen anderen Branchen haben Betriebe Probleme, Stellen zu besetzen - zum Beispiel im Gastgewerbe, im Einzelhandel, im Bereich der Pflegeberufe oder im Handwerk.

Im Zuständigkeitsbereich der Kreishandwerkerschaft Northeim-Einbeck waren zum 1. August dieses Jahres 90 Plätze besetzt. Auch wenn bis zum Ende des Jahres erfahrungsgemäß noch einige Ausbildungsverhältnisse hinzukommen werden, wird die Zahl vom Vorjahr vermutlich nicht erreicht, denn die Statistik weist für 2014 insgesamt 189 abgeschlossene Berufsausbildungsverträge aus.

Mit Praktika, Nachhilfe für lernschwächere Jugendliche, Schulkooperationen und mehr Ausbildungsmarketing haben in ganz Niedersachsen Unternehmen auf diese Entwicklung reagiert und ihren Einsatz im Wettbewerb um Jugendliche verstärkt. Das geht aus der aktuellen Ausbildungsumfrage der niedersächsischen Industrie- und Handelskammer hervor, an der sich gut 1000 Unternehmen beteiligt haben.

Auslöser für die Verstärkung der Werbung in eigener Sache sei der deutliche Bewerberrückgang, heißt es hierzu in einer Pressemitteilung der IHK. Das größte Manko sei für 77 Prozent der Unternehmen allerdings, dass viele Schulabgänger unklare Berufsvorstellungen hätten. Bemängelt würden aber auch fehlende Disziplin und Belastbarkeit sowie Defizite in der schulischen Qualifikation, beim mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen sowie beim Rechnen.

Rund 40 Prozent der Unternehmen in Niedersachsen hätten bereits ein eigenes Angebot an Nachhilfe. Ausbildungsbegleitende Hilfen der Agentur für Arbeit nutzen bereits 27 Prozent der Unternehmen.

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