Bauarbeiten im Klärwerk Northeim

Drittes Klärbecken soll im November in Betrieb gehen

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Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren: Das dritte Nachklärbecken (Vordergrund) wird fertiggestellt. 

Northeim – „Die Arbeiten am Neubau des dritten Nachklärbeckens gehen voran“, informiert Olaf Hagenow, technischer Leiter im Eigenbetrieb Abwasser. Eine Inbetriebnahme sei für den 15. November geplant.

Baubeginn war bereits im März 2019. Doch dann folgte ein Stillstand vom 1. April bis 15. August aufgrund von schwierig zu beherrschenden Grundwasserverhältnissen. Doch seit August wird weitergebaut. Mit Wiederaufnahme der Arbeiten wurden zunächst acht Brunnen von zehn Meter Tiefe hergestellt, um den Grundwasserstand weiter abzusenken und den Aushub der Baugrube für das immerhin 9,60 Meter tiefe Trichterbauwerk fortzusetzen. Mit voranschreitendem Aushub der Baugrube wurden zu den bereits vorhandenen acht Brunnen dann weitere sechs Pumpen zusätzlich in Betrieb genommen, um das Grundwasser zu fördern.

Die Grundwasserfördermengen lagen kurzzeitig bei bis zu 110 Liter pro Sekunde beziehungsweise 400 Kubikmeter pro Stunde, nennt er das Ausmaß.

Die geplante Tiefe wurde zwischenzeitlich mit den zusätzlichen Maßnahmen erreicht und die ersten Betonbauarbeiten konnten erfolgen. Der Einlauftrichter im Zentrum des neuen Beckens sowie die zu- und abführenden Leitungen für Wasser und Schlamm wurden verlegt. Aktuell werden die Baugrube teilweise wieder verfüllt und die Gründungsebene für die geneigte Sohle des Nachklärbeckens vorbereitet, so der Stand der Bauarbeiten. 

Behördliche Auflagen und gesetzliche Anforderungen an die Abwasserreinigung und Betriebssicherheit erfordern den Bau des dritten Nachklärbeckens. Die Durchflusskapazität der Kläranlage von aktuell 676 Kubikmeter pro Stunde wird damit auf 1200 Kubikmeter pro Stunde erhöht.

Der Durchmesser des neuen Nachklärbeckens beträgt 36 Meter. Die Gesamtbauhöhe vom tiefsten zum höchsten Bauwerkspunkt beträgt 10,72 Meter. „Sehen wird man davon später jedoch nicht mehr viel, denn das Bauwerk ragt nur rund 1,10 Meter über das Gelände hinaus und wird mit circa 4478 Kubikmeter Wasser gefüllt sein“, heißt es in einer Information der Stadt.

Das Becken dient dazu, dass biologisch behandelte Wasser-Schlamm-Gemisch aus einem Belebungsbecken mit einem physikalischen Verfahren zu trennen. Der Schlamm wird im Becken zu Boden sinken und dort im Trichterbauwerk für die weitere Behandlung entnommen. Klares Wasser läuft dann an der Oberkante des Beckens in Richtung Rhume ab.

Insgesamt laufe das Klärwerk auch zu Coronazeiten sehr gut. Der Klopapier-Engpass hat in manchen Orten zu Verstopfungen bei Kläranlagen geführt, da die Menschen vermehrt Feuchttücher und andere Materialien verwendeten. In Northeim sei dies aber kein Problem, erklärt Hagenow.

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