Drohnen bieten Fotografen neue Möglichkeiten

Neue Perspektiven aus der Luft: Dirk Hansch (von links), Florian Thörner und Torsten Schindler nutzen diesen mehrere tausend Euro teuren Quadrocopter für berufliche Zwecke. Einsteigermodelle sind bereits für 100 Euro erhältlich. Foto: Schwekendiek

Northeim. Fotos aus der Vogelperspektive - mit Drohnen ist heutzutage vieles möglich. Wer die Miniatur-Flugobjekte betreibt, muss allerdings einige Vorschriften beachten.

Wann immer Dirk Hansch mit seiner Drohne in Northeim unterwegs ist, kann er sich sicher sein, dass er Aufmerksamkeit erregt. „Meistens bildet sich ein kleiner Pulk um uns herum“, berichtet er und lacht. Das kleine, unbemannte Flugobjekt weckt Faszination und Bewunderung zugleich.

Anders als bei einem Hubschrauber kann eine Drohne fast still in der Luft verharren, unter Brücken hindurch fliegen und zentimetergenau manövriert werden. „Drohnen bieten uns völlig neue Perspektiven“, sagt Hansch begeistert. Er nutzt verschiedene Modelle überwiegend beruflich, um Luftbilder und Werbefilme für Kunden zu produzieren.

Drohne kaufen, Akku laden und los gehts - so einfach ist es nicht. Wer Drohnen gewerblich nutzt, benötigt eine behördliche Genehmigung, eine Haftpflichtversicherung und einen Befähigungsnachweis. Gemäß Luftverkehrsgesetz handelt es sich um unbemannte Luftfahrtsysteme, deren Einsatz genehmigungspflichtig ist.

Im privaten Gebrauch gelten Drohnen dagegen als Flugmodelle, deren Nutzung weniger streng reglementiert ist. Eine spezielle Haftpflichtversicherung ist allerdings auch hier erforderlich.

„Wir arbeiten immer zu zweit“, erklärt Hansch, der Inhaber einer Werbemanufaktur in Sudheim ist. Schließlich dürfe der Steuerer nicht abgelenkt werden. Er muss jederzeit Sichtkontakt zur Drohne haben. Sein Kollege könne sich dann auf das Filmen oder Fotografieren konzentrieren und darauf achten, dass sich Zuschauer nicht in Gefahr bringen. Denn aus Sicherheitsgründen sei es nicht gestattet, über Menschen zu fliegen. Auch das Überfliegen von Straßen ist tabu.

Auf einem Tablet-Computer, der mit der Fernsteuerung verbunden ist, werden alle wichtigen Details wie Flughöhe, Akkustatus und Koordinaten anzeigt. Auch das Bild der Kamera ist zu sehen. Moderne Drohnenkameras verfügen mittlerweile über das 4K-Format, das entspricht in etwa der vierfachen Full-HD-Auflösung.

Spektakulärer Blick auf Northeim: Dieses Foto entstand vor wenigen Wochen mit einer Drohne im Industriegebiet im Süden der Stadt. Im Vordergrund ist das Autohaus Hermann zu sehen, rechts daneben die Göttinger Straße (B3). Foto: Hansch/nh

Bei seiner Arbeit begegnet Dirk Hansch auch Skeptikern. „Nicht alle sehen das positiv. Manche befürchten, dass wir sie ausspionieren.“ Für das Filmen und Fotografieren gebe es jedoch klare Regeln. Details aus Nachbars Garten dürften gar nicht erst abgelichtet werden. Auch das Überfliegen von Privatgrundstücken ist nur mit dem Einverständnis des Eigentümers erlaubt. Allgemeine Luftbilder von der Umgebung zu machen, sei dagegen zulässig.

Großen Abstand müsse Drohnen zu Flugplätzen, Hochspannungsleitungen und militärischem Gelände halten. „Man sollte sich im Vorfeld genau informieren“, rät Hansch allen, die über den Kauf einer Drohne nachdenken. Dazu gebe es mittlerweile sogar Kurse, in denen die rechtlichen Grundlagen, das technische Wissen und das Steuern der Drohne vermittelt werden.

Luftraum ist begrenzt

Die Nutzung von Drohnen ist im Luftverkehrsgesetz (LuftVG) und in der Luftverkehrsordnung (LuftVO) geregelt. Ohne Sondergenehmigung dürfen Drohnen nur im unkontrollierten Luftraum (bis 762 Meter über dem Grund) fliegen. Bei gewerblichen Aufstiegsgenehmigungen ist die Höhe auf 100 Meter begrenzt. Über Menschenansammlungen oder Unglücksorten ist das Fliegen verboten. Innerhalb geschlossener Ortschaften müssen die Ordnungsbehörden vorab informiert werden.

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