Baustelle: Bei Autofahrern ist weiter Geduld weiter gefragt

Durchfahrt am Northeimer Harztor erst im November möglich

Personen stehen vor einer Baustelle
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Zur Besichtigung der Baustelle am Harztor trafen sich (von links) Ingenieurin Annette Hellriegel, Harald Kahmann (Eigenbetrieb Abwasser), Oberbauleiter Alexander Jung (Kemna-Bau Hannover), Baurat Frederik Backhaus, Projektleiterin Nina Koch (Straßenbaubehörde Bad Gandersheim) und Bürgermeister Simon Hartmann.

Es wird noch dauern, bis der Verkehr wieder durch das Northeimer Harztor fließen kann.

Northeim – Autofahrer die sich eine möglichst schnelle Aufhebung der Sperrung im Bereich des Northeimer Harztors (B 241) wünschen, müssen wohl mindestens noch bis November warten.

Das machte Projektleiterin Nina Koch von der Straßenbaubehörde Gandersheim am Montag bei einer Baustellenbesichtigung deutlich, an der außerdem Vertreter der Northeimer Stadtverwaltung, des Eigenbetriebs Abwasser und der Firma Kemna-Bau teilnahmen. Die Freigabe für den Verkehr sei lediglich nach einem alten, inzwischen nicht mehr gültigen Zeitplan für Oktober vorgesehen gewesen (wir berichteten).

Vertraglich mit der Baufirma festgestgelegt sei nur, dass die Maßnahme bis Ende des Jahres abgeschlossen sein muss, so Koch. Derzeit sei das Harztor ab Kreuzungsbereich Saarstraße/Ostring eine Woche lang auch für Rettungsfahrzeuge und Busse nicht passierbar, weil dort Leitungen quer über die Fahrbahn verlegt werden müssen.

Dies sei mit der Leitstelle und den Busunternehmen natürlich abgesprochen worden, sagt Koch und kündigt an, dass auch in den Herbstferien weitere Komplettsperrungen geplant seien. Rettungsfahrzeuge und Anlieger können in der Zeit die Verbindungsstraße zwischen Bahnlinie und Kleingärten in Richtung Am Lohrgaben nutzen. Alle anderen Verkehrsteilnehmer werden gebeten, weiterhin die ausgewiesenen Umleitungsstrecken zu nutzen.

Das sei zwar für viele Menschen derzeit eine große Belastung, räumten die Beteiligten ein. Diese sei aber momentan nicht zu vermeiden. Insofern sei das Verhalten mancher Autofahrer nicht nachvollziehbar, die sich über die Regelung des Verkehrs hinwegsetzen möchten und eingesetzten Kontrollposten teilweise sogar schon Gewalt angedroht hätten.

Dem Vorschlag, die Baustelle doch wenigstens nach Feierabend oder über das Wochenende freizugeben, erteilten alle eine Absage. „Aus Haftungsgründen müssten wir die Strecke jedes Mal aufwendig absichern, und das wäre in der Praxis nicht umsetzbar“, sagt Koch.

Sie bedauert, dass angesichts der Kritik an der Sperrung die bislang geleistete Arbeit in der öffentlichen Diskussion vergessen werde, weil viele den Umfang der Arbeiten überhaupt nicht abschätzen könnten. „Kanalbauarbeiten sind undankbare Baumaßnahmen, weil das Meiste, was dabei passiert, in der Erde verschwindet und nicht zu sehen ist.“

Hintergrund dafür, dass der Verkehr während der Bauzeit nicht halbseitig mit Ampelschaltung durch die Baustelle am Northeimer Harztor fließen kann, ist die seit zwei Jahren gültige neue Richtlinie für Sicherheit auf Baustellen, die nach mehreren Todesfällen auf Baustellen verschärft wurde. Demnach könnte der jetzt notwendige Sicherheitsabstand in der aktuellen Baustelle nicht eingehalten werden, weil die Straße schmaler als 8,50 Meter ist.

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