E-Autos: An Ladesäulen im Kreis Northeim ist wenig los

Northeim. Etwas mehr als eine handvoll öffentliche Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge gibt es im Landkreis Northeim, aber es ist eine Seltenheit, ein angestöpseltes Mobil zu entdecken.

Für die beiden öffentlichen Stromtankstellen, die die Stadtwerke Northeim im Sommer in Betrieb genommen haben, wurden bisher lediglich vier Kundenkarten ausgegeben.

Kein Wunder: Gerade mal 32 reine Elektrofahrzeuge sind im Landkreis zugelassen. 61 Hybridfahrzeuge können außer mit Diesel oder Benzin auch mit Strom fahren. Ist der Ausbau des Ladenetzes bloß ein Feigenblatt der Touristiker und Energieversorger, wie Kritiker behaupten?

Die Verbreitung von Elektroautos wird langsamer vonstatten gehen, als es die Bundesregierung will. Das sagt etwa der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Auch die Händler äußern sich eher zurückhaltend.

50 Elektroautos hat beispielsweise das Autohaus Hermann an seinen sechs Standorten im vergangenen Jahr verkauft. Das liege unter den Erwartungen, sagt Geschäftsführer Michael Zimbal. „Anfangs haben sich viele Betriebe E-Autos als Firmenwagen gekauft. Inzwischen sind unsere Kunden überwiegend Privatpersonen.“ Das Interesse werde jedoch größer, je mehr Elektroautos auf der Straße zu sehen seien.

Umfragen des VCD bestätigen, dass viele Autofahrer bereit sind, auf ein Elektroauto umzusteigen, jedoch nur dann, wenn das Auto wie gewohnt funktioniert und der Preis stimmt. In den nächsten Jahren werden E-Autos aber weiter 10.000 bis 20.000 Euro mehr kosten als vergleichbare Benziner.

Die Betriebskosten sind dagegen durchaus attraktiv: Etwa vier Euro kostet eine Ladung in der heimischen Garage. An öffentlichen Ladesäulen ist der Strom oft kostenlos.

Wegen der geringen Reichweite und vergleichsweise langen Ladedauer müssen längere Strecken dagegen gut geplant werden - folglich sinkt mit dem E-Auto die Flexibilität. Mehrere Internetportale helfen bei der Suche nach öffentlichen Ladestationen, eine Übersichtskarte mit allen funktionsfähigen Ladestationen gibt es allerdings nicht.

Hintergrund: Strom an öffentlichen Säulen oft kostenlos 

In Northeim gibt es drei Ladesäulen, an denen E-Autos kostenlos geladen werden können - am Rathaus, am Medenheimer Platz und beim Autohaus Hermann. Eine Schnellladung dauert zwischen 30 und 60 Minuten. In Hardegsen, Nörten-Hardenberg und Markoldendorf betreibt die EAM drei kostenlose Ladestationen. Weitere Stationen gibt es in Einbeck, Uslar und Willershausen. In der Regel ist eine Registrierung erforderlich. Die Stadtwerke Northeim bieten dazu eine Kundenkarte an, für EAM-Säulen gibt es Ladekarten in umliegenden Geschäften. Zum Teil ist auch eine Registrierung per SMS möglich. Fahrer von E-Autos sollten sich am besten im Vorfeld über die Bedingungen informieren. (jus)

Rubriklistenbild: © dpa

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