1. Startseite
  2. Lokales
  3. Northeim
  4. Northeim

Überfall auf KSN Höckelheim: Einer der beiden Angeklagten gibt Tat zu

Erstellt:

Von: Kathrin Plikat

Kommentare

Im Januar fand der bewaffnete Überfall auf die KSN-Filiale in Höckelheim statt. Archiv
Im Januar fand der bewaffnete Überfall auf die KSN-Filiale in Höckelheim statt. Jetzt hat der Prozess gegen zwei Angeklagte begonnen. © Hubert Jelinek

Weil sie am 12. Januar dieses Jahres die Kreis-Sparkassenfiliale in Höckelheim überfallen haben sollen, müssen sich seit Dienstag ein 22-jähriger Göttinger und ein 19-Jähriger aus Hildesheim wegen schwerer räuberischer Erpressung vor der Jugendkammer des Landgerichts Göttingen verantworten.

Höckelheim/Göttingen - Bei der Tat soll der Göttinger die KSN-Mitarbeiterin mit einer Schusswaffe bedroht haben. Erbeutet hatte das Duo fast 12 500 Euro.

Nach der Verlesung der Anklageschrift folgte die Befragung von Leon H., dem jüngeren der beiden Angeklagten, durch den Vorsitzenden Richter Matthias Koller. Und Leon H. räumte gleich zu Beginn ein, dass er an dem Überfall beteiligt gewesen sei. Allerdings, so fügte er hinzu, sei sein Mitangeklagter, Valentino K., nicht der Mittäter. „Er hat nichts damit zu tun.“

Vielmehr habe er den Überfall mit einem Mann begangen, den er erst wenige Tage vor der Tat auf einer Party in Kassel kennengelernt habe. Der habe ihm auch vorgeschlagen habe, „ein Ding“ zu drehen, um an Geld zu kommen.

Schnell sei von einem Überfall auf die KSN in Höckelheim die Rede gewesen. Warum denn gerade Höckelheim, wollte der Richter wissen. Weil sein Bekannter sich im Bereich Northeim auskenne, da er von dort stamme, sagte Leon H. „Er hat alles geplant und organisiert, ich habe nur mitgemacht.“

Auch die Waffe habe der Bekannte besorgt, den Leon H. später auf Nachfrage des Staatsanwalts als „Ali“ bezeichnete – den Nachnamen kenne er nicht. Am Morgen des Tattages habe Leon H. Kokain und Alkohol konsumiert, um sich zu beruhigen, auch während der Fahrt nach Höckelheim habe er noch „eine Linie gezogen“.

Apropos Kokain: Leon H. erzählte, dass er seit seinem 15. Lebensjahr Kokain konsumiert. Als Kind habe er sehr viel Fußball gespielt, habe sogar mal ein Probetraining bei Hannover 96 gehabt. Da sei aber „Scheiße“ passiert, weil er mit den Mitspielern nicht klar gekommen sei.

Kurz danach habe er den Sport vernachlässigt, mit 13 angefangen zu rauchen, wenig später den ersten Joint geraucht, dann kam das Kokain in sein Leben. Um Geld für die Drogen zu bekommen, habe er viele Straftaten begangen, unter anderem Einbruchdiebstähle und räuberische Erpressung „mit Geiselnahme“, wie er selbst sagte.

Er wurde festgenommen und zu einer dreijährigen Haftstrafe in der Jugendanstalt Hameln, wo er auch seinen Mitangeklagten Valentino K. kennenlernte, verurteilt. Der hatte übrigens zu Beginn der Verhandlung über seinen Anwalt mitteilten lassen, dass er sich zunächst nicht äußern wolle.

Mitte Dezember 2021 wurde Leon H. vorzeitig auf Bewährung aus der Jugendhaft entlassen, rund vier Wochen später war der Überfall auf die KSN in Höckelheim. Die Beute, die er sich mit „Ali“ geteilt habe, habe er für Drogen, Partys und Bordellbesuche ausgegeben.

Der Prozess wird am Montag fortgesetzt. (kat)

Auch interessant

Kommentare