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Neues Klärbecken für 4,1 Millionen Euro in Northeim in Betrieb

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Von: Axel Gödecke

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Das Foto zeigt das neue dritte Nachklärbecken der Kläranlage Northeim (vorn im Bild).
Das dritte Nachklärbecken der Kläranlage Northeim (vorn im Bild) ist im November 2020 in Betrieb genommen worden. © Hubert Jelinek

Die Northeimer Kläranlage hat ihre Klärkapazität erweitert.

Northeim - Seit einem Jahr ist das neu gebaute dritte Nachklärbecken in Betrieb, für das die Stadt Northeim jetzt auch Zahlen für die Endabrechnung vorlegte: Das Bauprojekt kostete 4,13 Millionen Euro und war damit über eine Million Euro teurer als geplant.

Hintergrund für die Notwendigkeit des dritten Beckens: Bei starkem Regen floss früher oft so viel Wasser in die Kläranlage, dass verdünntes, aber nicht gereinigtes Abwasser in die Rhume abgeleitet werden musste. Ein Grund dafür ist auch, dass es zum Beispiel in der Northeimer Innenstadt noch eine Mischkanalisation gibt, in der Schmutz und Regenwasser zusammen abgeleitet werden. Üblich ist sonst die Trennung von Niederschlags- und Schmutzwasser.

Mit der Inbetriebnahme des dritten Nachklärbeckens kann die ungeklärte Ableitung von Überlaufwasser aus der Kläranlage in den Vorfluter Rhume künftig weitgehend verhindert werden. Das hat den positiven Effekt zur Folge, dass die Stadt Einleitungsstrafgebühren ans Land spart.

Laut Olaf Hagenow, technischer Leiter des Northeimer Eigenbetriebs Abwasser, wurde die Durchflusskapazität der Kläranlage mit dem Becken von 676 Kubikmeter pro Stunde auf 1200 Kubikmeter pro Stunde erhöht.

Der Durchmesser des neuen Nachklärbeckens betrage 36 Meter. Die Gesamtbauhöhe vom tiefsten zum höchsten Bauwerkspunkt betrage 10,70 Meter. Zu ist davon allerdings nicht viel, denn der Beckenrand ragt nur 1,10 Meter aus dem Erdboden.

Der Baubeginn des dritten Beckens erfolgte bereits im März 2019. Doch der Bau sollte nicht problemlos über die Bühne gehen. So stand vom 1. April bis 15. August die Baustelle still, weil es Probleme durch einen Grundwassereinbruch in die Baugrube gab (HNA berichtete).

Zusätzliche Arbeiten zur Grundwasserabsenkung durch zu bohrende Brunnen waren nötig. Durch die Zusatzarbeiten und die Bauzeitunterbrechung liefen zusätzliche Kosten auf, die sich auf über eine Million Euro summierten.

Die Fertigstellung der Baumaßnahme erfolgte ein Jahr später als geplant im Oktober 2020, die Inbetriebnahme des neuen dritten Nachklärbeckens im November 2020.

Weitere Investitionen laufen

Mittlerweile wird auf dem Kläranlagengelände weiter investiert, und zwar unter anderem in eine Pilotanlage zur Gewinnung von Phosphor aus dem übrig bleibenden Klärschlamm. Es handelt sich um ein bundesweites Pilot- und Forschungsprojekt zum Phosphor-Recycling (HNA berichtete).

Mit eingebunden sind Firmen aus dem ganzen Bundesgebiet sowie die Technische Universität Clausthal-Zellerfeld. Der Bund fördert das Projekt in Northeim mit 950 000 Euro. Insgesamt kostet die Umrüstung der Kläranlage für dasProjekt rund 1,4 Millionen Euro.

Für die Stadt Northeim ist die Förderung durch den Bund quasi ein unverhoffter Geldsegen, denn sie muss wegen der Verschärfung der Klärschlammverordnung ohnehin bis spätestens 2028 eine Phosphor-Eliminierung aus dem Trockenklärschlamm sicherstellen. (Axel Gödecke)

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