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Ein Verteidiger plädiert auf Freispruch

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Von: Heidi Niemann

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Diese Filiale der Kreis-Sparkasse Northeim in Höckelheim ist am 12. Januar überfallen worden. Archi
Diese Filiale der Kreis-Sparkasse Northeim in Höckelheim ist am 12. Januar überfallen worden. Archi © Hubert Jelinek

Am Mittwoch sollen die Urteile im Prozess um den Sparkassenüberfall in Höckelheim fallen

Höckelheim / Göttingen – In dem seit Ende August laufenden Prozess zum Überfall auf die Sparkassen-Filiale in Höckelheim hat der Verteidiger des 22-jährigen Angeklagten am Dienstag für seinen Mandanten auf Freispruch plädiert. Die Beweisaufnahme habe keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür ergeben, dass sein Mandant an dem Überfall beteiligt gewesen sei, sagte Rechtsanwalt Tobias Pohl. Vielmehr seien die Zweifel an dessen Mittäterschaft so groß, dass die Indizien für eine Verurteilung nicht ausreichten.

Der Verteidiger des zweiten Angeklagten hatte sich dagegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft angeschlossen. Diese hatte in Bezug auf den 20-Jährigen dafür plädiert, eine bereits wegen früherer Taten gegen ihn verhängte Jugendstrafe um drei Jahre und sechs Monate zu erhöhen und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt anzuordnen. Für den 22-Jährigen forderte sie eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren.

Der 20-Jährige hatte zu Beginn des Prozesses ein Geständnis abgelegt. Seinen Angaben zufolge hatte der 22-jährige Mitangeklagte jedoch nichts mit dem Überfall zu tun. Der zweite Täter sei vielmehr ein gewisser „Ali“ gewesen, den er kurz zuvor auf einer Party in Kassel kennengelernt habe.

Dass der 20-jährige Angeklagte einer der beiden Männer auf den Fahndungsfotos ist, war in dem Prozess nicht zuletzt aufgrund seines Geständnisses unstreitig. Der 22-jährige Mitangeklagte hatte sich dagegen nicht zu den Tatvorwürfen geäußert. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ergibt sich jedoch aus diversen Aufnahmen von Überwachungskameras sowie aus zahlreichen Nachrichten, Fotos und Videos, die die Ermittler auf den Handys der Angeklagten fanden, dass er der zweite Täter war.

Der Verteidiger machte dagegen geltend, dass auf den Aufnahmen vom Tatmorgen einer der Täter eine Jacke trage, die zwar ähnlich aussehe wie die Jacke, mit denen sein Mandant auf anderen Fotos zu sehen sei. Allerdings gebe es einige Abweichungen. Daraus sei zu schließen, dass es sich um eine andere Jacke und um einen anderen Täter handele.

Außerdem wies der Anwalt darauf hin, dass der jüngere Angeklagte sich nach dem Banküberfall eine Goldkette gekauft hat, die er aus der Beute finanziert hatte. Sein Mandant habe sich dagegen nichts Neues zugelegt, bei ihm seien auch weder Geld oder sonstige Wertgegenstände sichergestellt worden.

Auch dies spreche dafür, dass er nicht an dem Banküberfall beteiligt gewesen sei.

Das Gericht will sein Urteil am Mittwoch verkünden.   (pid)

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