Grüne können sich im Bauausschuss nicht durchsetzen

Schottergärten: Landkreis will Einhaltung der niedersächsischen Bauordnung nicht kontrollieren

Der weitgehend geschotterte Kreisel am Sollingtor in Northeim.
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Kein ökologisches Vorbild: Der weitgehend geschotterte Kreisel am Sollingtor in Northeim. Er sollte, wenn es nach den Grünen ginge, bepflanzt werden und damit den Lebensraum verbessern.

Gegen die nach der niedersächsischen Bauordnung verbotenen Schottergärten will die Mehrheit des Kreisausschusses für Bauen und Umwelt nicht vorgehen. Vielmehr will er im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit „Tipps zur Einrichtung eines pflegeleichten Gartens geben und die Folgen von reinen Schottergärten aufzeigen“.

Northeim – Außerdem soll ein Mustergarten bei der Landesgartenschau 2022 in Bad Gandersheim eingerichtet werden. Diese Empfehlung gab der Ausschuss mehrheitlich in seiner jüngsten Sitzung in der Northeim Stadthalle.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Johannes Antpöhler (Grüne) verstand die Welt nicht mehr. „Die Kreisverwaltung stellt sich auf den Standpunkt, sie kontrolliert nicht“, obwohl Schottergärten gegen Landesbauordnung verstoßen. Hintergrund ist, dass durch Stein-, Schotter- und Kiesflächen Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Kleinsäugern weiterer Lebens- und Nahrungsraum verloren geht. Außerdem erfüllen die versiegelten Fläche nicht mehr die natürliche Bodenfunktion und sind insbesondere bei starkem Regen weniger in der Lage, Niederschlag aufzunehmen. Antpöhler forderte, dass wenigstens die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen und ihre geschotterten Flächen wieder in bepflanzte Areale umgestalten soll.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) warnte, man solle „nicht gleich die Keule herausholen“. Sie bevorzugt die präventive Vorgehensweise. Ausschussmitglied Christian Eberl (FDP, Nörten-Hardenberg), nannte das Verbot zwar grundsätzlich richtig, bevorzugt aber ebenfalls den präventiven Weg, wie mit der Landesgartenschau vorgeschlagen.  zhp

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