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Eine Verhöhnung der Trauernden

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Von: Olaf Weiss

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Auf dem Northeimer Friedhof sind in der Nacht zu Sonntag Grabsteine auf dem muslimischen Gräberfeld mit Hakenkreuzen beschmiert worden. Dazu ein Kommentar von Olaf Weiss.

Jemand beschmiert Grabsteine mit Hakenkreuzen. Das macht fassungslos. Die Täter geben durch die Verwendung des Symbols der Partei, die mit ihrem menschenverachtenden Regime für millionenfachen Völkermord verantwortlich ist, zu verstehen, dass sie die dort Begrabenen und deren Hinterbliebenen in ihrem Umfeld nicht akzeptieren. Es ist damit schlicht Ausdruck von Rassismus.

Dass sie das kurz nach dem 9. November getan haben, dem Tag, an dem vor 80 Jahren in Deutschland die Synagogen brannten, kann Zufall sein. Aber mit dieser größtmöglichen Provokation verhöhnen sie die Opfer von damals genau so wie die Trauer muslimischer Familien um ihre Verstorbenen heute.

Noch gibt es keine Gewissheit, wer die Täter waren. Wer aber Hakenkreuze nutzt, muss es sich gefallen lassen, Neonazi genannt zu werden. Denn damit stellt er sich außerhalb der Gesellschaft, egal, ob er sich mit rechtsextremistischem Gedankengut identifiziert oder das NS-Symbol nur benutzt, um Aufmerksamkeit zu erregen.

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