Einsatzleitstelle zählt 34 Defibrillatoren für Laien im Landkreis Northeim

So geht´s: Nach den Anweisungen des Automatisierten Externen Defibrillators (AED) müssen die Pads des Geräts auf der entblößten Brust angebracht werden. Dann misst das Gerät den Herzrhythmus. Registriert es ein Herzkammerflimmern erlaubt es einen Schock, also einen Stromschlag, der das Herz wieder in den richtigen Takt zu bringen. Archivfoto:  Schröder

Northeim. Sie hängen in der Volksbank in Uslar, im Kreishaus in Northeim oder im Edeka in Bad Gandersheim. 34 Automatisierte Externe Defibrillatoren (AEDs), kurz Defi, gibt es nach Informationen des Landkreises Northeim in der Region - die Zahl wachse stetig, aber nicht alle Geräte werden gemeldet.

Sie sollen im Notfall von Laien benutzt werden können, um Opfer eines Herzstillstands zu reanimieren. Die Einsatzleitstelle des Landkreises arbeitet seit Anfang 2015 an einem Kataster, das die Standorte im Kreis verzeichnet.

Ziel der Übersicht: Wenn ein Notruf beispielsweise über 112 bei der Einsatzleitstelle eingeht und der Ort des Anrufers durchgegeben wird, soll der Mitarbeiter in der Leitstelle mit einem neuen System ab Mitte 2017 auf seinem Bildschirm gleich den Standort des nächsten AED-Geräts sehen und diesen am Telefon dem Ersthelfer durchgeben.

„Die lebensrettende Herz-Druck-Massage hat aber Vorrang“, sagt Dr. Bodo Lenkewitz, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst.

Denn: „Ein Defi ist kein Wunderheilmittel“. Nur wenn die Ersthelfer bereits einen Notruf abgesetzt haben und mit der Wiederbelebung begonnen haben, kann ein Dritter loslaufen, um einen Defibrillator zu holen. Die Zeit müsse unbedingt überbrückt werden. Pro Minute, in der nichts passiert, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Herzstillstand des Patienten um zehn Prozent, heißt es in Fachkreisen.

Es gibt keine Meldepflicht für Betriebe, die ein Gerät anschaffen. Deshalb ist die Einsatzleitstelle darauf angewiesen, dass sich diese bei ihr melden, wenn sie einen AED anschaffen. Nur so können die Mitarbeiter der Einsatzleitstelle den Standort mit ins Verzeichnis aufnehmen.

Die bundesweite App der gemeinnützigen Einrichtung „definetz“ beruht auf einem ähnlichen Prinzip, verzeichnet aber nur neun AEDs im Landkreis.

Hintergrund

Um das Kataster der Einsatzleitstelle über die Standorte von Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED) aktuell zu halten, bittet der Landkreis darum, neue Standorte bei ihm zu melden.

Da für Betriebe keine Meldepflicht besteht, ist der Landkreis darauf angewiesen, bei der Anschaffung in Schulen, Banken oder Supermärkten von den jeweiligen Betrieben Bescheid zu bekommen. Zu diesem Zweck hat der Landkreis ein Formular eingerichtet, das der Leitstelle zugesendet werden kann. Das Meldeformular ist unter dem Link zu.hna.de/defikataster abrufbar.

Infos zum Thema Reanimation gibt es unter www.einlebenretten.de

Mehr zum Thema in der Dienstagausgabe der Northeimer und der Sollinger HNA.

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