Erst Kontrolle, dann Beratung

Einzelhandel im Landkreis Northeim setzt 2G-Regel um

Mann mit Maske und Impfpass vor dem Eingang eines Spielwarengeschäfts
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Impfpasskontrolle: Geschäftsführer Michael Rebohl am Eingang des Sielwarenfachgeschäfts Mica Toys im Northeimer City-Center.

Die Auswirkungen der 2G-Regelung auf den Einzelhandel wird in der Northeimer Innenstadt unterschiedlich bewertet.

Northeim – Nach Einschätzung von Michael Rebohl, Geschäftsführer des Spielwarenfachgeschäfts Mica Toys im Northeimer City-Center, ist es nach Einführung der neuen Regelung in seinem Geschäft ruhiger geworden.

„Wir sind hier zurzeit mehr Mitarbeiter als Kunden, obwohl jetzt eigentlich unsere umsatzstärkste Zeit ist“, beschreibt er die aktuelle Situation. Nun hofft er darauf, dass er in den verbleibenden Tagen bis Weihnachten zumindest noch den Umsatz vom Vorjahr übertreffen kann. „Schließlich mussten wir 2020 ja schon Mitte Dezember die Geschäfte ganz zu machen.“

Ärgerlich sei, dass der Einzelhandel jetzt das ausbaden müsse, was die Politik im Sommer verschlafen habe, betont Rebohl. „Zum Glück haben die meisten Kunden Verständnis dafür, dass sie vor dem Betreten des Geschäfts jetzt den Impfpass und den Personalausweis vorzeigen müssen.“

Auch Michael Böhnert, Leiter des Northeimer Modehauses Magnus, hat festgestellt, dass den weitaus meisten Kunden klar sei, dass der Einzelhandel lediglich das umsetze, was die Politik entschieden habe. „Eigentlich würden wir unsere Energie viel lieber in die Beratung stecken als in die Kontrollen“, sagt Böhnert. Insgesamt sei die Kauflaune aber erheblich besser als er zunächst befürchtet habe. Dass die Weihnachtsmarktbändchen als „Eintrittskarte“ in die Geschäfte gültig seien, sei auf jeden Fall eine Erleichterung für die Geschäfte.

Michael Böhnert

Für Verwirrung unter den Kunden sorgt allerdings die Tatsache, dass der Buchhandel nach der neuen Verordnung wieder zum täglichen Bedarf zählt, sodass dort das Einkaufen wie im Supermarkt möglich ist. „Deshalb läuft das Geschäft bei uns normal“, freut sich Lena Finkbeiner, Geschäftsführerin der Papierus GmbH. Allerdings merke sie schon, dass nicht alle Kunden wüssten, welche Regelung gelte. Viele wollen ihren Impfnachweis zeigen und fragen dann nach, warum sie sich nun doch nicht ausweisen müssen.

Gut angekommen und gern angenommen: So kann man die Resonanz auf die Bändchen-Aktion in Uslar zusammenfassen. Dort hat die Stadtverwaltung nach der seit Sonntag geltenden 2G-Regelung für den Einzelhandel über die Wirtschaftsvereinigung Region Uslar Bändchen zur Verfügung gestellt. Sie werden in vier Geschäften ausgegeben, wenn man nachgewiesen hat, dass man genesen oder geimpft ist.

Das Bändchen erleichtere dann die Kontrolle allgemein, hieß es aus Kreisen der Geschäftswelt und der Kundschaft. Es herrsche überall Freude darüber, dass sich die Stadt habe etwas einfallen lassen, was das Einkaufen in diesen Zeiten einfach mache. Ausgabestellen sind das Modehaus Schefft, die HC-Parfümerie, Severin-Moden und Kornelia Rogallas „Hautnah – Kosmetik & Klamotte“.

Die Aktion sei freiwillig, betont die Stadtverwaltung, und fügt hinzu, dass der Impfausweis immer mitzubringen sei, falls das Ordnungsamt kontrolliere.

In Einbeck gibt es eine ähnliche Regelung wie in Northeim. Auch dort gelten die Kontrollbändchen, die zum Betreten des dortigen Weihnachtsmarktes berechtigen, als Nachweis einer Kontrolle für den Besuch eines Geschäfts. Außerdem haben sich viele Einzelhändler laut Sina Wiedermann vom Projektmanagement der Einbeck-Marketinggesellschaft bereit erklärt, sich an der Ausgabe der Bändchen zu beteiligen, sodass es mittlerweile eine große Anzahl an Anlaufstellen gebe. (Niko Mönkemeyer , Rosemarie Gerhardy, Frank Schneider)

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