Eiscafé Cortina kämpft um seinen Wintergarten am City-Center Northeim

Northeim. Die Zukunft des Eiscafés Cortina im Northeimer City-Center wird allmählich zum Politikum. Nachdem eine Verlängerung des Pachtvertrages zwischen der Betreiberfamilie Fabbro und dem Center-Management nicht zustande gekommen war, liegt der Schwarze Peter nun offenbar bei der Stadt Northeim.

Aus Unterlagen, die der HNA vorliegen, geht hervor, dass die Familie Fabbro, die sich selbst nicht dazu äußern wollte, die Eisdiele gerne künftig allein in dem von ihr auf eigene Kosten angebauten Wintergarten weiter betreiben will. Voraussetzung dafür wäre aber, dass die Stadt den Pachtvertrag für den städtischen Grund verlängert, auf dem der Wintergarten 2005 gebaut worden ist. Doch scheint – wie aus dem der HNA vorliegenden Schriftverkehr hervorgeht – die Bereitschaft der Stadt dazu gering zu sein. 

Im Gespräch mit der HNA betonte Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser, dass er weiterhin auf eine Einigung zwischen dem City-Center und den Betreibern über den Weiterbetrieb des Eiscafés hoffe. Derzeitiger Stand ist jedoch, dass das Eiscafé innerhalb des Centers bis Ende Oktober geschlossen werden muss, Dazu, ob eine Vermietung der Wintergartenfläche an die Familie möglich sei, wenn die Familie Fabbro die Fläche im City-Center tatsächlich räumen müsste, machte Tannhäuser keine Angaben. „Dazu kann ich mich nicht äußern“, sagte er. 

Die Politik will die Entscheidung darüber, wie es mit der Wintergartenfläche weitergeht, jedenfalls nicht allein der Verwaltung überlassen. Die Stadtrats-Fraktionen von SPD, CDU und Grünen wollen, dass Entscheidungen im Zusammenhang mit der Verpachtung von Flächen am Eiscafé nicht vom Bürgermeister getroffen werden. 

Die drei Fraktionen haben deshalb den Antrag gestellt, dass mögliche Entscheidungen in dieser Sache vom Verwaltungsausschuss der Stadt getroffen werden sollen.

Eiscafé Cortina im City-Center Northeim

Seit 1973 gibt es das Eiscafé Cortina im Northeimer City-Center. Es ist damit der älteste Betrieb dort.

Die Gründe für die Schließung im Center und welche Probleme einem möglichen Weiterbetrieb nur im Wintergarten im Wege stehen könnten, erläutern wir in Fragen und Antworten.

Woran ist die Verlängerung des Mietvertrages mit dem City-Center gescheitert?

Strittigster Punkt war offenbar die Frage, wie die Familie Fabbro künftig die Kaution für die Fläche leisten soll. Das City-Center forderte die Kaution im Gegensatz zum Vorgehen, in der Vergangenheit, in bar, Familie Fabbro wollte eine Bankbürgschaft vorlegen.

Ist ein Weiterbetrieb allein im Wintergarten realistisch?

Wenn Familie Fabbro einen neuen Platz für ihre Eismaschine findet, die bisher in rückwärtigen Räumen im City-Center untergebracht ist, ist der Weiterbetrieb in dem 34 Quadratmeter großen Wintergarten zumindest rein technisch denkbar.

Nach HNA-Informationen soll die Familie allerdings bereits Angebote für Räume haben, wo sie künftig ihr Eis auch für das Eiscafé am Markt machen kann.

Es wäre aber eine extreme Verkleinerung: Das Eiscafé und der Wintergarten bringen es zusammen auf fast 130 Quadratmeter. Hinzu kommt allerdings jeweils noch die von der Stadt gepachtete Fläche für die Außenbestuhlung.

Auch die Ver- und Entsorgung (Wasser, Abwasser, Strom und Heizung) müsste geklärt werden. Dass das Center-Management seine Erlaubnis aufrecht erhält, Versorgungsleitungen des City-Centers zu nutzen, ist fraglich.

Kann der Pachtvertrag mit der Stadt für die 34 Quadratmeter, auf dem der Wintergarten steht, nicht einfach verlängert werden?

Das ist offenbar strittig. Bei der Stadt herrscht wohl die Meinung vor, dass der Pachtvertrag hinfällig wird, wenn das Eiscafé im City-Center aufgegeben wird. Dann müsste die Familie Fabbro den Wintergarten entfernen. Diese ist dagegen der Ansicht, dass das Fortbestehen des Pachtvertrags allein an die Bedingung geknüpft ist, dass der Wintergarten für den Betrieb einer Eisdiele genutzt wird.

Der 2005 während der Amtszeit von Irnfried Rabe als Bürgermeister geschlossene Pachtvertrag zwischen der Stadt und Fabbros, den die HNA einsehen konnte, ist in diesem Punkt nicht eindeutig formuliert und lässt Raum für Interpretationen.

Rubriklistenbild: © Weiss

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