Private Schülerbeförderung soll Busverkehr entlasten

Kreis Northeim erstattet weiter Kosten für Elterntaxis

Grüner Linienbus fährt vom Northeimer Bahnhof
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Der öffentliche Personennahverkehr ist fast schon wieder auf Vor-Corona-Niveau. Unser Foto zeigt einen Blick auf den Northeimer Bahnhof.

Im Landkreis gibt es Probleme mit den Sicherheitsabständen bei der Schülerbeförderung

Northeim – Mit Wiederaufnahme des Schulbetriebes nach den Ferien gibt es auch beim Landkreis Northeim zunehmend Beschwerden von Eltern über die unzureichende Einhaltung des empfohlenen Mindestabstandes bei der Schülerbeförderung im öffentlichen Personennahverkehr. Das hat Kreispressesprecher Dirk Niemeyer auf HNA-Anfrage bestätigt.

Die empfohlenen Abstände in den öffentlichen Verkehrsmitteln, stellten sowohl für den Landkreis als Träger der Schülerbeförderung als auch für die Verkehrsunternehmen eine Herausforderung dar.

Laut Niemeyer versucht der Landkreis seit dem 4. Mai mit der Kostenbeteiligung an sogenannten „Elterntaxis“ die Situation in den Linienbussen zu entspannen. Bis zum 15. Juli habe es bereits rund 200 entsprechende Anträge von Eltern auf Fahrkostenerstattung gegeben.

Dem Landkreis sei als Träger der Schülerbeförderung bewusst, dass durch die „Elterntaxis“ das Fahrtaufkommen an den Schulen steigen kann. Um Gefahrensituationen und Verkehrsbehinderungen zu vermeiden, sei man mit den Kommunen und der Polizei bereits im Gespräch. Niemeyer: „Eltern werden gebeten, ihre Kinder nicht direkt vor die Schule zu bringen, sondern sie in der Nähe aussteigen zu lassen.“

Derzeit würden von den beauftragten Verkehrsunternehmen insgesamt 75 Fahrzeuge für die Schülerbeförderung im Landkreis Northeim eingesetzt, wobei sich der Umfang größtenteils wie vor der Pandemie darstelle, beschreibt Niemeyer die aktuelle Situation. Auf einigen Linien im Landkreis seien deshalb zusätzlich zu den Sitzplätzen auch die Stehplätze zu nutzen. Das sei nach dem Personenbeförderungsgesetz zulässig.

„Die dadurch zusätzlich verminderten Abstände zwischen den Fahrgästen führen nachvollziehbarerweise zu einem reduzierten Sicherheitsempfinden, sodass die Situation mitunter uns als untragbar und Busse als überfüllt gemeldet werden“, so Niemeyer. „Wir befinden uns deshalb derzeit im Austausch mit den Verkehrsbetrieben, um zu erfahren, welche Linien hiervon besonders betroffen sind.“ Das Land Niedersachsen habe ein Abstandsgebot in Bussen und Bahnen aber bewusst nicht geregelt, da dieses sich in der Praxis nicht umsetzen ließe.

„Denn um den allgemein empfohlenen Mindestabstand gewährleisten zu können, müssten etwa fünfmal mehr Fahrzeuge als bisher eingesetzt werden.“

Eltern, die ihre Kinder mit dem eigenen Auto zur Schule bringen und dort wieder abholen, können pro Schultag für Hin- und Rückfahrt Fahrkosten von 20 Cent pro Kilometer beantragen. Derzeit wurden bereits 200 Anträge gestellt, was einem Anteil von drei Prozent der zu befördernden Schüler entspricht. Aktuell wurden 6150 Schülerjahresfahrten ausgegeben. 140 Anträge wurden bereits bearbeitet. Dafür hat der Landkreis bis jetzt 8200 Euro an Eltern gezahlt.

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