Neue Frisur für Aktion Rapunzel

Emilie aus Hillerse spendet Haare für Menschen in Not

Friseurmeisterin Sabine Weißmann-Ellies, Emilie Hasenjäger, Friseursalon Hillerse
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Der Zopf ist ab: Friseurmeisterin Sabine Weißmann-Ellies hat der zwölfjährigen Emilie die Haare für einen guten Zweck abgeschnitten.

Schnipp-schnapp, Zöpfe ab: Die zwölfjährige Emilie Hasenjäger aus Hillerse war vor ihrem jüngsten Friseurbesuch besonders aufgeregt.

Northeim ‒ Ging es doch nicht einfach nur darum, ihre Haare ein wenig zu kürzen, sondern mehr als 30 Zentimeter abzuschneiden. Und das aus einem guten Grund: Emilie hat ihre langen Haare für einen guten Zweck gespendet.

Von dem Vorhaben hatte sie zuvor der Hillerser Friseurmeisterin Sabine Weißmann-Ellies erzählt. Die schlug ihrer jungen Kundin die „Aktion Rapunzel“ vor. Dabei handelt es sich um eine Initiative sogenannter „Zweithaar-Spezialisten“, also Herstellern von Perücken oder Haarteilen. Die sammeln die Haarspenden und versteigern sie dann an Unternehmen, die sich auf die Herstellung von Produkten aus echten Haaren spezialisiert haben.

Mit dem Erlös werden zum Beispiel Kinder mit seltenen Erkrankungen und deren Familien unterstützt.

Doch wie kommt eine Zwölfjährige auf die Idee, ihre Haare zu spenden? „Zuerst mal habe ich vorm Spiegel gestanden und gedacht, dass ich unbedingt mal wieder zum Friseur muss“, erzählt Emilie lachend. Im Internet habe sie Videos über Kinder gesehen, die durch schwere Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, ihre Haare verloren haben.

„Da habe ich überlegt, dass ich vielleicht meine langen Haare für einen guten Zweck abschneiden lassen kann“, erzählt die junge Hillerserin.

Als sie ihren nächsten Friseurtermin vereinbarte, fragte sie Sabine Weißmann-Ellies, ob diese eine Idee habe. Die Friseurmeisterin schlug Emilie die „Aktion Rapunzel“ vor.

Gesagt, getan: Am Tag des Haarschneide-Termins musste Sabine Weißmann-Ellies zuerst mit einem Lineal die Haarlänge bei Emilie nachmessen, denn weniger als 30 Zentimeter sind für die Haarspende und die spätere Verarbeitung nicht so gut geeignet.

Emilie Hasenjäger hat jetzt kurze Haare.

Dann wurden die Haare zu zwei Zöpfen geflochten, danach kam die scharfe Schere zum Einsatz. Und Emilie, die vorher ziemlich aufgeregt und auch ein wenig angespannt war, strahlte: „Ich freue mich echt total. Und ich würde es immer wieder machen. Das ist ein tolles Gefühl“, so die Zwölfjährige.

Sabine Weißmann-Ellies verpasste Emilie im Anschluss noch eine flotte Frisur und lobte ihre junge Kundin für das Engagement: „Ich finde es echt bewundernswert, dass sich so junge Menschen wie Emilie Gedanken darüber machen, wie sie anderen, denen es nicht gut geht, helfen können“. Als Dankeschön spendierte die Friseurmeisterin Emilie dann auch den neuen Haarschnitt. (Kathrin Plikat)

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