Nach Familienphase oder Betreuung Angehöriger wieder einsteigen

Endlich wieder im Job: Kurs für Frauen in Northeim

Zurück im Beruf: Sabine Schneider (DAA, von links), Maik Gronemann-Habenicht (Agentur für Arbeit), Kurs-Teilnehmerin Inka Kohl, Kerstin Nienstedt (ASB) und Angela Koll (DAA). Foto: Hartung

Northeim. Inka Kohl (41) nahm an dem Kurs „Frauen starten durch" an der DAA in Northeim teil und hat nach ihrer Familienphase nun wieder ein Job gefunden.

Als Inka Kohl aus Suterode vor vier Jahren ihr erstes Kind bekam, stieg sie für eine Familienpause aus ihrem Beruf als Floristin aus. Ein zweites Kind kam hinzu, dann hatte sie einen neuen Hauptberuf: Hausfrau und Mutter. „Aber irgendwann ist mir die Decke auf den Kopf gefallen“, erzählt die 41-Jährige.

Mithilfe eines Kurses der Agentur für Arbeit Göttingen bei der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) in Northeim konnte sie jetzt einen neuen Job finden. Seit März dieses Jahres hat Kohl eine Festanstellung in der ambulanten Pflege beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).

Zehn Teilnehmerinnen besuchen den Kurs „Frauen starten durch“ an der DAA, der im November gestartet ist - Kohl ist die Erste, die wieder Arbeit gefunden hat. Zwei weitere Frauen stehen laut Pädagogin Angela Koll, die die Veranstaltung leitet, mittlerweile wieder in einem festen Beschäftigungsverhältnis.

Angebot für Wiedereinstieg 

Das Angebot richtet sich an Menschen, die nach einer Familienphase oder der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger wieder in den Beruf einsteigen wollen. Durch individuelles Coaching erhalten die Teilnehmer Unterstützung bei der Jobsuche. Die Agentur für Arbeit übernimmt für die Teilnehmerinnen alle Kosten - und das unabhängig vom Bezug von Arbeitslosengeld. Die Frauen lernen dort unter anderem, wie man Beruf und Familie zeitlich gut unter einen Hut bekommt. „Viele müssen auch erst einmal lernen, dass es nichts mit Vernachlässigung zu tun hat, wenn ihre Kinder mal kurz alleine zuhause sind“, erklärt Pädagogin Koll.

Und eines sei ganz wichtig: „Die Frauen müssen ihr Selbstwertgefühl zurückbekommen“, erklärt Koll. Viele seien mit der Auffassung „Ich kann nichts, ich bin ja nur Hausfrau“ in den Kurs gekommen. Koll: „Die Frauen vom Gegenteil zu überzeugen, war die größte Aufgabe.“

Schwierige Jobsuche 

Die Suche nach einer Arbeit außerhalb des eigenen Hauses gestaltete sich für die 41-jährige Inka Kohl schwierig. Wegen der Kinder suchte sie nach einer Stelle, bei der sie vormittags - während die Jüngsten im Kindergarten sind - arbeiten kann.

„Doch die meisten suchen nur Vollzeitkräfte“, erzählt Kohl. „Ich bin nicht so flexibel, wie die Firmen das wollen.“ Als Kohl fast schon die Hoffnung aufgegeben hatte, entdeckte sie den Kurs. Zunächst bekam sie einen Praktikumsplatz beim ASB, kurze Zeit später die Festanstellung.

Jeden Montag- und Mittwochabend besucht sie außerdem einen Lehrgang für die Betreuung von Demenzkranken. „Im Haushalt macht mein Mann momentan mehr als ich“, sagt die 41-Jährige und lacht. Laut Maik Gronemann-Habenicht von der Agentur für Arbeit soll ein neuer Kurs „Frauen starten durch“ voraussichtlich im Herbst dieses Jahres beginnen.

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