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Engpass bei den Hausärzten

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Von: Niko Mönkemeyer

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„Arzt“ steht auf einem Hinweisschild mit dem roten Kreuz (Symbolbild).
„Arzt“ steht auf einem Hinweisschild mit dem roten Kreuz (Symbolbild). © Tom Weller/dpa

Auch die Pandemie verschlechtert die Situation. Auf einen Arzt kommen 1526 Patienten.

Northeim – Nachdem zum 1. April in der Northeimer Kernstadt eine Hausarztpraxis geschlossen wurde, hat sich die ohnehin angespannte Versorgungslage in Northeim noch einmal verschärft. Das hat die Bezirksstelle Göttingen in der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen auf HNA-Anfrage bestätigt.

„Es ist uns bekannt, dass es derzeit in der Stadt Northeim Engpässe gibt“, sagt Geschäftsführer Harald Jeschonnek. Das Problem sei, dass der Versorgungsgrad in der Kreisstadt bereits vor der Schließung nur bei knapp 100 Prozent gelegen habe.

Dazu komme, dass in vielen Hausarztpraxen derzeit die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren seien. Aufgrund von Corona-Infektionen oder Quarantäne seien Ärzte oder Teile ihres Personals zum Teil nur eingeschränkt arbeitsfähig, so Jeschonnek.

„Einwohner der Stadt Northeim, die derzeit Schwierigkeiten haben, kurzfristig in der Stadt Northeim versorgt zu werden, sollten versuchen, sich mit Hausarztpraxen in angrenzenden Gemeinden in Verbindung zu setzen“, empfiehlt Jeschonnek. Für den jetzt in Northeim nicht belegten Praxissitz gebe es zwar schon einen Bewerber, aber mit der Besetzung sei voraussichtlich erst Mitte dieses Jahres zu rechnen.

Insgesamt gibt es laut Jeschonnek derzeit im Landkreis Northeim 105,5 hausärztliche Sitze. Diese verteilen sich auf insgesamt drei hausärztliche Planungsbereiche, die mehrere Städte und Gemeinden umfassen.

Der größte ist Northeim mit 47,5 hausärztlichen Sitzen und einem Versorgungsgrad von 111 Prozent. Das bedeutet, dass derzeit auf einen Arzt 1526 Patienten kommen.

„Dass es in der Stadt Northeim einen Engpass gibt, liegt daran, dass die Verteilung in diesem Planungsbereich recht ungleichmäßig ist“, erklärt Jeschonnek. So gebe es in den Gemeinden Katlenburg-Lindau und Nörten-Hardenberg mit fast 200 Prozent beziehungsweise 150 Prozent eine sehr hohe Hausarztdichte. In der Gemeinde Kalefeld liege der Wert allerdings noch niedriger als in Northeim, nämlich bei 75 Prozent. (Niko Mönkemeyer)

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