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Archäologische Grabung auf der Fläche des Hollenstedter Neubaugebietes

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Von: Hans-Peter Niesen

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Nur für geschulte Auge erkennbar: Archäologe Steven Ritter (gelbe Weste) erläutert Wener Boldt den Standort eines möglicherweise 2000 Jahre alten Hauspfostens, der an der Verfärbung des Erdreichs zu erkennen ist.
Nur für geschulte Auge erkennbar: Archäologe Steven Ritter (gelbe Weste) erläutert Wener Boldt den Standort eines möglicherweise 2000 Jahre alten Hauspfostens, der an der Verfärbung des Erdreichs zu erkennen ist. © Hans-Peter Niesen

Bei Erschließungsarbeiten für das neue Baugebiet Sollingblick West in Hollenstedt sind Reste einer möglicherweise rund 2000 Jahre alten Siedlung gefunden worden.

Hollenstedt – Archäologen der auf solche Arbeiten spezialisierten Firma Streichardt und Wedekind aus Göttingen haben unter anderen Überbleibsel von elf Pfosten gefunden, die möglicherweise zu einem kleinen Speicher gehört haben. Außerdem haben sie mehrere Gruben entdeckt, von denen die größte einen Durchmesser von etwa fünf Metern hat.

„Die Bebauung könnte der rekonstruierten Bebauung in Medenheim geähnelt haben“, sagte Steven Ritter von der Firma Streichhardt und Wedekind, als er Architekt Werner Boldt die Pfosten zeigte. Der Hollenstedter Boldt wurde von der Göttinger Firma Vesting Immobilien Invest GmbH mit der Planung der Erschließungsstraße für das Baugebiet beauftragt.

Medenheim ist eine Wüstung am Ortsausgang von Northeim Richtung Sudheim. Sie liegt an der Bundesstraße 3. Am Wäldchen vor dem Autohaus Herrmann hatte man 1995 zwei Grubenhäuser und eine sogenannte Heuberge wieder errichtet. Es handelt sich dabei um einfache Ständerbauwerke, deren Zwischenräume mit Flechtwerk gefüllt waren, das wiederum mit Lehm verputzt war.

Rekonstruktion eines Ständerbauwerks in Medenheim: So könnte das Haus in Hollenstedt ausgesehen haben.
Rekonstruktion eines Ständerbauwerks in Medenheim: So könnte das Haus in Hollenstedt ausgesehen haben. © Hans-Peter Niesen

Als Dach könnten die Häuser in Hollenstedt Grassoden getragen haben. Für ein Einzelgehöft sind die jetzt gefundenen Hinweise nach den Worten von Steven Ritter, der das Gelände zusammen mit seinem Kollegen Paule Wetzig untersucht, zu klein. Die Spuren deuteten mehr in Richtung einer Siedlung.

Derzeit ist allerdings vieles noch Spekulation. Dafür sind bislang gefundenen Reste noch zu wenig aussagekräftig. Die einstigen Holzpfosten beispielsweise lassen sich nur als runde Verfärbungen im Erdreich erkennen, ebenso die Gruben.

Die Daten der Funde werden zurzeit im Bereich der Erschließungsstraße aufgenommen. Mutmaßlich zog sich die Siedlung in den Bereich der bereits vorhandenen Bebauung. Diese wurde nach den Worten von Boldt bereits in den 1970er-Jahren und danach errichtet.

Aufmerksam wurden die Archäologen auf das Areal durch Feldbegehungen und Scherbenfunde. Durch die Sicherungsarbeiten der Archäologen erwartet Boldt keine nennenswerten Verzögerungen für das Baugebiet. Auf dem Areal sollen nach seinen Worten rund 20 Einzel- und Doppelhäuser auf Grundstücken in einer Größe zwischen 600 und 1300 Quadratmeter entstehen. (Hans-Peter Niesen)

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