Förderschule wurde 1928 gegründet

Erich-Kästner-Schule in Northeim wird 90

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Freundschaft, Motivation und Hilfsbereitschaft zeichnen die Schule aus: Geleitet wird die Erich-Kästner-Schule aktuell von Rektor Joachim Brinkmann und Konrektorin Gudula Grüger.

Northeim. Die Erich-Kästner-Schule (EKS) blickt auf eine lange Tradition zurück und feiert heute ihr neunzigjähriges Bestehen.

„Unsere Förderschule wurde 1928 mit besten demokratischen Absichten gegründet, um Schüler zu unterstützen, die in Regelschulen nicht mithalten konnten. Sie sollten fit gemacht werden für das Arbeitsleben“, betont Schulrektor Joachim Brinkmann, der seit 2007 im Amt ist.

An diesem Basisgedanken hat sich auch neunzig Jahre nach der Gründung in der Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen und Sprache nur wenig geändert: „Wir gehen in unserer Schule immer vom Kind aus. Schüler, die zu uns kommen, haben negative oder gar traumatische Schulerfahrungen gemacht. Viele kommen deshalb mit einem negativen Selbstbild zu uns und wollen gar nicht mehr lernen“, erklärt Schulrektor Brinkmann.

Manche der Kinder und Jugendlichen würden sich wegen des geringen Selbstwertgefühls zurückziehen, andere wiederum würden verhaltensauffällig werden. „Wir schauen dann, wo der Schüler im Lernprozess stehen geblieben ist und wollen ihn wieder zum Lernen motivieren“, erklärt Konrektorin Gudula Grüger.

Jeder soll Erfolg haben

 „Es ist unser Ziel, dass jeder Schüler die Erich-Kästner-Schule mit einem Abschluss verlässt“, ergänzt Brinkmann. Das sei entweder ein Hauptschulabschluss, der gleichwertig zu jenem an einer Regelschule sei, oder ein Förderschulabschluss.

Dass die Erich-Kästner-Schule überhaupt noch ihr 90. Jubiläum feiern kann, darüber sind Grüger und Brinkmann besonders erfreut, denn unter der vergangenen rot-grünen Landesregierung war nicht klar, ob Förderschulen wie die EKS in ihrer jetzigen Form überhaupt noch weiter Bestand haben würden.

Stattdessen sollten in der Zukunft allgemeinbildende Schulen Kinder mit Lern-Förderbedarf aufnehmen. „Wir dürfen bis zum Schuljahr 2022/23 Schüler in die 5. Klasse aufnehmen. Danach sollen die Förderschulen sukzessive bis 2027/28 auslaufen, sofern sich seitens der Landespolitik nichts ändert“, erklärt Brinkmann.

Aus der 1928 gegründeten Hilfsschule ging die Erich-Kästner-Schule hervor. Heute befindet sich dort das Northeimer Hallenbad. 

Die Schulleitung ist davon überzeugt, dass die EKS immer noch gebraucht wird. Deswegen soll die bestehende Schulform weiterentwickelt werden und die Schule zu einer Ganztagsschule werden: „Wir spüren, dass sich die Eltern eine längere Betreuung für ihre Kinder wünschen, die selbst erwerbstätig sind“, erklärt Brinkmann. 

Die Wandlung zur Ganztagsschule sei für das Schuljahr 2020/2021 geplant, im nächsten Jahr solle dafür der Antrag gestellt werden. Die EKS verspricht sich davon, ein noch qualitativ besseres und vielfältigeres Angebot für ihre Schüler auf die Beine stellen zu können. Auch, damit sich die Schüler noch intensiver mit ihrer Schule identifizieren.

Eine Besonderheit im Schulalltag ist laut der Schulleitung der regelmäßige Austausch mit der polnischen Stadt Czluchow. Im Zwei-Jahres-Turnus findet ein Austausch mit einer dortigen Schule statt. Die 7. und 8. Klassen machen auch eine ihrer Klassenfahrten nach Polen. 

„Dabei findet immer wieder ein netter kultureller Austausch statt, selbst, wenn die Schüler der Sprache des Gegenübers nicht immer mächtig sind“, erklärt Brinkmann. Gemeinsam würde unter anderem gegrillt, geschwommen und Fußball gespielt.

Der Festauftakt mit Kollegium, Eltern, Schülern und Freunden der EKS beginnt heute um 15 Uhr in der Sporthalle der Schule. Bei der Veranstaltung werden Besuchern Köstlichkeiten sowie Darbietungen und Ausstellungen von den Schülern geboten.

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