Erste-Hilfe-Kurse werden bald kürzer und attraktiver

Das Training mit dem AED-Gerät ist ab April fester Bestandteil der Erste-Hilfe-Ausbildung: Hier zeigen DRK-Ausbildungsleiter Markus Schiffer (links) und Schulsanitäter Adrian Erbe, wie es geht. Foto: Schwekendiek

Northeim. Bei der Erste-Hilfe-Ausbildung stehen ab 1. April grundlegende Änderungen bevor. Was Sie zu diesem Thema wissen sollten, nicht nur als Autofahrer.

Der Lehrgang für Betriebshelfer wird dann von zwei Tagen (16 Unterrichtsstunden) auf einen Tag mit neun Stunden verkürzt. Zugleich wird der Auffrischungskurs von acht auf neun Unterrichtsstunden verlängert. Darauf haben sich die Berufsgenossenschaft und die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Erste Hilfe geeinigt.

Dass Betriebe je nach Größe eine gewisse Anzahl von Mitarbeitern in Erster Hilfe schulen lassen müssen, ist gesetzlich vorgeschrieben. Durch diese Änderungen sollen die Kurse für Betriebe attraktiver werden. „Firmen müssen ihre Mitarbeiter nur noch einen Tag lang freistellen und haben dadurch weniger Verdienstausfall“, erklärt Markus Schiffer, Ausbildungsleiter beim DRK-Kreisverband Northeim-Göttingen.

Die Kürzung bedeute jedoch nicht, dass wichtige Inhalte wegfallen. „Der Unterricht wird praktischer“, sagt Schiffer. Anstelle von Frontalunterricht setzt das DRK auf Stationstraining. In kleinen Gruppen werden Unfallszenarien anhand von Fallbeispielen geübt.

Auch die Northeimer Johanniter legen Wert auf Praxis. „Wenn man etwas übt und anwendet, bleibt es viel länger im Gedächtnis als graue Theorie“, sagt Anja Vornkahl, Ausbildungsleiterin beim Johanniter-Regionalverband Südniedersachsen. „Wir hoffen, dass dadurch noch mehr Menschen den Weg in Erste Hilfe-Ausbildungen finden.“ Bereits vor acht Jahren haben die Johanniter ihr Erste-Hilfe-Konzept grundlegend überarbeitet und zugunsten der Praxis entschlackt.

Vornkahl geht davon aus, dass bald auch die Kurse für Führerscheinbewerber dem neuen eintägigen Konzept angepasst werden. Die Maßnahmen, die gelehrt würden, seien ohnehin gleich. Deshalb sei auch ein einheitlicher Kurs für alle zu begrüßen.

Von Julia Schwekendiek

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