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Kommunen legen Konzepte zum Energiesparen vor

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Eine Heizung im Nachtmodus
Die Heizungen werden in den öffentlichen Liegenschaften runtergedreht. (Symbolbild) © IMAGO/Laci Perenyi

Die Bundesregierung hat auch von den Kommunen eingefordert, Energie einzusparen. Diese haben weitgehend ihre Hausaufgaben gemacht und eigene Sparprogramme erarbeitet. Dies hat zur Folge, dass es an vielen Orten in diesem Winter kälter und dunkler wird. Denn nahezu überall wird die Temperatur gesenkt. Zudem wird die Beleuchtung runtergefahren und zum Teil auf Warmwasserbereitung verzichtet.

Northeim – Nach Vorgabe durch den Bund wird das Ziel, Büroräume in Verwaltungsgebäuden nicht wärmer als 19 Grad zu heizen, umgesetzt, teilt die Kreisverwaltung mit. Ausgenommen sind die kreiseigenen Schulen. Für diese gelten zunächst weiterhin die Heizvorgaben der Dienstanweisung Energie des Landkreises, die seit 1. September gilt. Sie sieht in den Unterrichtsräumen 20 Grad vor. Für die Dauer der Herbstferien wurden die Heizungen und die Warmwasseraufbereitung in den Schulen und kreiseigenen Schulsporthallen jedoch abgestellt, so Kreissprecherin Tanita Schebitz. Dadurch sollen rund 120 000 Kilowattstunden Gas eingespart werden. Prinzipiell sieht der Landkreis in seiner Dienstanweisung vor, dass Sporthallen maximal auf 15 bis 17 Grad beheizt werden sollen. Für Umkleideräume gilt 22 bis 24 Grad, Toiletten sollen auf maximal 15 Grad und Flure und Treppenhäuser auf maximal 12 Grad geheizt werden. Für die Feuerwehrtechnischen Zentralen des Landkreises Northeim gelten die gleichen Temperaturvorgaben.

Kalte Duschen in Kalefelder Sporthallen

Stärker als der Landkreis will die Gemeinde Kalefeld sparen. In der jüngsten Verwaltungsausschusssitzung wurde einstimmig ein Energiesparpaket verabschiedet, das von 1. November bis Februar gelten soll, wie Bürgermeister Jens Meyer berichtet. Es sieht neben den 19 Grad für Büroräume folgende maximale Temperaturen vor: Sporthallen, Umkleideräume, Dorfgemeinschaftshäuser und Jugendräume (15 bis 17 Grad), Flure (12 Grad), Toiletten (15 Grad), Feuerwehrhäuser (15 Grad). Und, was viele Sportler treffen wird: Das Warmwasser wird in den Sporthallen komplett abgestellt. „Anfang der Woche wollen wir alle Nutzer der Hallen informieren und um Verständnis werben“, so Meyer. Zudem wolle man an Vereine appellieren, Trainingstage zusammenzulegen und Kühlschränke im Winter vom Netz zu nehmen. Er hoffe auf Verständnis, denn man müsse an jedem kleinen Rädchen drehen.

Die Kommunen gehen mit ganz verschiedenen Maßnahmen das Energiesparen an. Hier einige im Überblick:

Sportstätten

Während in Kalefeld demnächst kalt geduscht werden muss, bleibt in Nörten-Hardenberg in den Sportstätten alles wie bisher, teilt die Verwaltung mit. In Hardegsen, Katlenburg-Lindau und Einbeck gelten beispielsweise 17 Grad in den Sporthallen, in Northeim 19 Grad (ausgenommen sind Duschen und Umkleiden). In Moringen gebe es noch keine konkrete Regelung, so Bürgermeisterin Heike Müller-Otte. Jedoch seien alle zum Sparen angehalten. Beim Sporttreiben sei jedoch zu bedenken, dass eine zu kalte Halle auch zu Verletzungen bei den Sportlern führen könnte. Uslars Bürgermeister Torsten Bauer fügt an, dass man auch die Vereinskultur im Blick haben müsse, damit sie bei zu kalten Temperaturen in Sporthallen und Dorfgemeinschaftshäusern (DGH) nicht ganz zum Erliegen komme. Die DGH liegen in der Regel in Hand von Trägervereinen, die aus eigenem Interesse Energie sparen, um Kosten gering zu halten, so Bauer. Bodenfeldes Amtskollege Gerald Wucherpfennig betont, dass die DGH nur bei Benutzung beheizt würden. In Katlenburg-Lindau gilt für DGH und Jugendräume die Vorgabe von maximal 19 Grad. So auch für die Jugendräume in Bad Gandersheim.

Schulen

Für die Grundschule in Echte gebe es keine konkrete Temperaturvorgabe, auch wenn natürlich zum Sparen angehalten wurde, so Kalefelds Gemeindebürgermeister Jens Meyer. Aber man wolle die Grundschüler nicht frieren lassen. Hier obliege es der Schulleitung, auf die Temperatur zu achten. So wird es auch in Uslar und Bad Gandersheim gehandhabt. Auch in Northeim sind Schulen und Kitas von der 19-Grad-Regelung ausgenommen. Anders hingegen in Einbeck und Katlenburg-Lindau hier gelten die 19 Grad auch für Schulen. Fast überall wurden die Durchlauferhitzer an den Handwaschbecken ausgeschaltet.

Beleuchtung

Die Straßenbeleuchtung wird in Nörten-Hardenberg nicht ausgeschaltet. Man sei auf dem modernsten Stand, so Bürgermeisterin Susanne Glombitza. Die Weihnachtsbeleuchtung werde um 50 Prozent reduziert. Das habe aber mehr Symbolcharakter, so die Bürgermeisterin, da man auch hier modernste, energiesparende Technik einsetze.

Auf eine zweistündige Verlängerung der Nachtabschaltung von Montag bis Donnerstags bereits von 23 bis 5 Uhr hat sich jüngst der Northeimer Rat verständigt. Diese Maßnahme reduziere den Jahresverbrauch der Straßenbeleuchtung um 93 600 Kilowattstunden, was etwa 18,5 Prozent des Jahresverbrauchs entspreche. Je nach Energiepreis könnten dadurch 23 000 bis 39 000 Euro eingespart werden, teilt die Stadt mit.

Auch andere Orte ändern die Beleuchtungszeiten und wollen, soweit noch nicht geschehen, vermehrt auf LED-Technik umrüsten. So geht die Straßenbeleuchtung in Bad Gandersheim von 0 bis 5 Uhr ganz aus, in Kalefeld wird ab 22 Uhr in einen Sparbetrieb gewechselt und von 23 bis 5.30 Uhr gehen die Lampen aus. Auch in Moringen wurde bereits beschlossen, die Straßenbeleuchtung um eine Stunde zu reduzieren. Ein Teil schaltet nun von 23 bis 5 Uhr komplett ab. Einbeck, Hardegsen, Bodenfelde und Katlenburg-Lindau setzen darauf, die LED-Beleuchtung verstärkt zu dimmen.

Weihnachtsbeleuchtung

Der Umweltausschuss werde am 10. November über die Weihnachtsbeleuchtung und Energiesparmaßnahmen beraten, so Hardegsens Bürgermeister Lars-Gunnar Gärner. Northeim und Einbeck streben bereits eine verkürzte Weihnachtsbeleuchtungszeit an. In Bad Gandersheim wird laut Stadtverwaltung nur der Weihnachtsbaum am Markt illuminiert. (rom)

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