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Northeimer Fachschüler ziehen Hähnchen artgerecht auf

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Von: Hans-Peter Niesen

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Hannes Reinhardt, Fachlehrerin Anne Ilse, Sammuel Bodmann, Johanna Becker, Maximilian von Schlehen und Felix auf der Brücken. Vorn (vorn l.): Lorenz Kuhlmann, Tjark Minne und Laurin Bednorz.
Die Nachwuchslandwirte ziehen artgerecht Hähnchen auf und vermarkten sie, hinten von links: Hannes Reinhardt, Fachlehrerin Anne Ilse, Sammuel Bodmann, Johanna Becker, Maximilian von Schlehen und Felix auf der Brücken. Vorn (von l.): Lorenz Kuhlmann, Tjark Minne und Laurin Bednorz. Frederik Schnelle war verhindert. © Hans-Peter Niesen

Neun junge Landwirte der Klasse der Einjährigen Fachschule Agrarwirtschaft an den Berufsbildenden Schulen (BBS) II in Northeim haben im Rahmen eines Schulprojekts einen landwirtschaftlichen Mini-Betrieb gegründet.

Northeim - Ziel ist die Aufzucht von 250 artgerecht und nachhaltig gehaltenen Hähnchen, die in der Vorweihnachtszeit geschlachtet und am 9. Dezember an die Besteller abgegeben werden.

Vermarktet werden die Hähnchen unter dem Oberbegriff „Auetaler Strohhuhn“. Die jungen Männer und eine Frau, alle Anfang 20, haben alle schon eine landwirtschaftliche Lehre in der Tasche und bilden sich jetzt zum „staatlich geprüften Wirtschafter“ weiter. Sie verfolgen das Projekt mit Engagement und Begeisterung.

„Die Klasse hat alles selbst organisiert, ich greife nur unterstützend ein“, sagt Lehrerin Anne Ilse, die die Nachwuchs-Landwirte im Fach Marketing unterrichtet.

Laut Tjark Minne ist der Hähnchen-Betrieb professionell aufgezogen einschließlich Meldung beim Finanzamt. Geschäftsführer ist Frederik Schnelle, Finanzchef Laurin Bednorz und für Ein- und Verkauf ist Johanna Becker zuständig.

Am 4. November haben die Landwirte 250 Küken in Moringen abgeholt und in den vorbereiteten Stall in einer Scheune in Bad Gandersheim gebracht, der zuvor mit allen erforderlichen Dingen wie Stroh als Einstreu sowie Wärmelampen Futter- und Wasserversorgung von ihnen ausgestattet worden war. Sie hatte Frederik Schnelle zur Verfügung gestellt. Stolz sind die jungen Leute darauf, dass ihre Hähnchen dreimal mehr Platz zur Verfügung haben als vorgeschrieben und mit Stroh als Untergrund jede Mange Platz zum artgerechten Scharren und Picken haben. Ebenso wichtig sind ihnen kurze Transportwege. Ein Beitrag zum Tierwohl.

Zur Versorgung, Kontrolle und Betreuung der Aufzucht haben die jungen Landwirte Teams mit gebildet, die sich zweimal am Tag um die Tiere kümmern. Wenn sie ein Lebendgewicht von drei bis 3,5 Kilogramm erreicht haben, werden sie am 8. Dezember im Biohof Roth in Unterrieden bei Witzenhausen geschlachtet.

An die Besteller abgegeben werden die Hähnchen fertig verpackt und etikettiert am Freitag, 9. Dezember, in der BBS II sowie in den Wohnorten der Landwirte in Wiebrechtshausen, Bentierode, Bodenfelde, Ohlenrode, Klein Schneen, Duderstadt, Elbingerode und Opperhausen.

Weiteres Ziel des Projektes ist die betriebswirtschaftliche Seite des Mini-Betriebs. Die Aufgaben reichen dabei von der Berechnung der Kosten, des Preises, der Vermarktung bis hin zum angestrebten Gewinn. Für den Vertrieb wurden Verkaufs- und Bestellflyer samt QR-Code sowie eine Internetseite auf der Homepage der Schule etabliert. Als Einlage in ihren Betrieb zahlte jeder 400 Euro.

Weil die Käufer nicht nur auf artgerechte und regionale Produktion achten, gibt es als Extra ein kostenloses „Bonbon“ dazu. Lorenz Kuhlmann aus Opperhausen. „Das sind Rezepte nach den erprobten Ideen Oma und Opa.“ (Hans-Peter Niesen)

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