800.000 Euro Zuschuss vom Bund

Fachwerk-Fünfeck: Zentrale kommt nach Northeim

Vor dem Messerschmidt-Kabinenroller im Einbecker PS Speicher: Neuen Schwung für ihr Fachwerk-Innenstädte erhoffen sich die Bürgermeister (von links) Hans-Erich Tannhäuser (Northeim), Dr. Sabine Michalek (Einbeck), Klaus Becker (Osterode) und Harald Wegener (Hann. Münden). Es fehlt der Duderstädter Bürgermeister Wolfgang Nolte. Foto:  Niesen

Northeim. Die Projekt-Koordinierungsstelle für das Fachwerk-Fünfeck soll im Northeimer Rathaus für zunächst befristet drei Jahre eingerichtet werden.

Das Fachwerk-Fünfeck umfasst die Städte Duderstadt - Einbeck - Hann.Münden - Northeim - Osterode am Harz. Die Fachwerk-Zentrale wird zunächst mit zwei Mitarbeitern besetzt. Möglich wird dies durch einen 800 000-Euro-Zuschuss des Bundesbauministeriums, auf den die Kommunen noch einmal 80 000 Euro draufsatteln.

Das kündigte gestern die Runde der Bürgermeister aus diesen Städten mit Dr. Sabine Michalek (Einbeck), Hans-Erich-Tannhäuser (Northeim), Klaus Becker (Osterode) und Harald Wegener (Hann.Münden) bei einem Treffen in Einbeck an. Wolfgang Nolte (Duderstadt) hatte sich bei der Pressekonferenz entschuldigen lassen.

Northeims Bürgermeister Tannhäuser schickte den Antrag gestern noch per Fax an das Bonner Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Die Genehmigung war zuvor bereits avisiert worden.

Für die bereits seit Jahrzehnten laufenden Sanierungen in den fünf Innenstädten mit ihrem Fachwerkschatz soll das Projektbüro vom kommenden Jahr an neuen Schwung liefern. Vernetzung lautet dabei das Stichwort. Northeims Bürgermeister Tannhäuser: „Es geht dabei nicht um die Investition als Einzelmaßnahme, sondern um strukturelle Probleme, die alle fünf Städte gleichermaßen betreffen.“ Wie eine gemeinsame Initiative aussehen kann, machte Klaus Becker (Osterode) an einem Beispiel aus dem Bereich touristische Vermarktung des Fünfecks deutlich.

„Wir haben in Osterode einen Schwerpunkt Elektromobilität bei der touristischen Vermarktung. Das können wir wunderbar mit dem PS-Speicher in Einbeck verbinden, wenn wir Gäste auf dieses Ziel aufmerksam machen. Denn dort gibt es eine E-Tankstelle, so dass die Mobilität gewährleistet ist.“

Sch(l)aufenster

Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener verwies auf ein Beispiel aus Einbeck. Dort hat sich unter dem Motto „Sch(l)aufenster statt Graufenster!“ eine Bürgerinitiative mit der Zielsetzung gebildet, leerstehenden Geschäfte anziehend zu gestalten. Wegener: „Solche Aktionen können überall umgesetzt werden.“ Die Bürgermeister-Runde ist optimistisch, etwas bewegen zu können. Wegener: „In Hann. Münden engagieren sich Bürger ehrenamtlich für die Erhaltung von Fachwerkbauten.“

Aber nicht nur sie, auch bei Investoren stelle er fest, dass sie Fachwerk attraktiv finden. Man müsse aber Wege finden, damit der Denkmalschutz mitspielt. Wegener: „Denkmalschutz bis zur Fassade, dahinter muss etwas passieren dürfen.“ (zhp)

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