Auszeichnung für je ein kleines, ein mittleres und ein größeres Unternehmen

Familienfreundliche Unternehmen im Landkreis Northeim gekürt: Viel Lob für Flexibilität

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Die Vertreter der ausgezeichneten Betreieb und die Laudatoren: (von links) Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, Irina Niesen (ZAD), Rudolf Reinert (Siebrecht-Gruppe), Christine Fischbach (Tapir), Katja Taranczewski (Sozialministerium), Bodo Rengshausen-Fischbach und IHK-Geschäftsführer Dr. Martin-Rudolph.

Harriehausen – Elf Unternehmen haben sich beworben, drei sind ausgezeichnet worden: Beim Unternehmerfrühstück in Traupes Tenne in Harriehausen sind jetzt die familienfreundlichen Unternehmen 2019 des Landkreises Northeim gekürt worden.

Es sind

- die Tapir Wachswaren GmbH aus Dassel als kleines Unternehmen,

- der ZAD Abrechnungsservice aus Northeim als mittleres Unternehmen und

- die Autohaus-Siebrecht-Gruppe aus Uslar als großes Unternehmen.

Die Jury bestand aus Landrätin Astrid Klinkert-Kittel, dem Göttinger IHK-Geschäftsführer Dr. Martin Rudolph, der Referatsleiterin Frauen und Erwerbstätigkeit im niedersächsischen Sozialministerium, Katja Taranczewski, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Northeim-Einbeck, Hans-Joachim Nüsse, der Nörten-Hardenberger Gleichstellungsbeauftragten Yasemin Niwar und Bernd Siegmüller von der Northeimer Steuerberatung Siegmüller & Schirmer, die 2017 zu den Gewinnern des Wettbewerbs zählte.

Bei der Tapir GmbH, die 11 Beschäftigte hat, war die Jury nach den Worten der Laudatorin Katja Taranczewski beeindruckt, dass dort beispielsweise alle Mitarbeitern das Recht eingeräumt wird, die Arbeitszeit aus familiären Gründen zu reduzieren. Rechtlich besteht dieser Anspruch erst bei Firmen, die mehr als 15 Beschäftigte haben. Es werde immer versucht, im Dialog mit allen Mitarbeitern die beste Lösung für jeden einzelnen zu finden, sagte Taranczewski. So gebe es auch unbezahlten Urlaub in besonderen Situationen und auch Home-Office sei möglich.

Auch bei ZAD Abrechnungsservice werden den 130 Mitarbeitern (106 Frauen und 24 Männern) viele verschiedene Arbeitszeitmodelle angeboten, betonte Dr. Martin Rudolph in seiner Laudatio. Eltern und Mitarbeiter, die Angehörige pflegen, werden nicht benachteiligt, sondern erhalten die gleichen Möglichkeiten wie ihre Kollegen. Es herrsche auch nach Auskunft der Mitarbeiter eine hohe Arbeitszufriedenheit, so Rudolph. Älteren Mitarbeitern wird durch allmähliche Arbeitzeitverkürzung die Möglichkeit eines sanften Übergangs in den Ruhestand ermöglicht.

In der Siebrecht-Gruppe, die 317 Menschen beschäftige (234 Männer und 83 Frauen), so sagte Laudatorin Astrid Klinkert-Kittel, werden ebenfalls viele flexible Arbeitszeitmodelle angeboten. Auch Führungskräften werde Teilzeit gewährt, ein Wechsel von Vollzeit in Teilzeit aus privaten Gründen sei jederzeit möglich. Das Unternehmen sei bei der Suche nach Tagesmüttern behilflich und bei der Urlaubsplanung würden Eltern bevorzugt.

Außerdem biete das Unternehmen den Mitarbeitern in ausgesuchten Schwimmbädern kostenlose Besuche sowie zwei kostenlose Massagen im Monat.

Je eine Tonskulptur des Künstlers Janne Klett-Drechsel erhielten die Gewinner.

Alle Preisträger äußerten sich in ihren kurzen Dankesworten überrascht, dass gerade sie gewonnen haben. „Für uns war das ganz normal“, sagte der Tapir-Geschäftsführer Bodo Rengshausen-Fischbach zu den von der Jury gelobten Möglichkeiten für seine Mitarbeiter. Es sei ihnen nicht bewusst gewesen, dass das etwas Besonderes sei. Ähnlich äußerte sich auch Irina Niesen, die den Preis für ZAD entgegennahm.

Familienfreundlichkeit sei kein kurzfristiger Trend, sondern ein langfristiger Erfolgsfaktor, sagte die Landrätin in ihrem Schlusswort. Und: „Wer in Familienfreundlichkeit investiert, investiert in die Zukunft und hat es leichter, Mitarbeiter zu gewinnen“. Ein solches Engagement des Unternehmens werde durch Loyalität und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter quittiert.

Neben den drei Preisträgern haben sich noch acht weitere Unternehmen aus dem Landkreis Northeim um den Titel „Familienfreundliches Unternehmen“ beworben: 

- das Autohaus Rhumetal in Katlenburg, 

- die Steuerberatungsgesellschaft Bohne, Leibecke & Partner aus Uslar, 

- das Logistik-Unternehmen CDTI Solutions aus Nörten-Hardenberg, 

- das Elithera Gesundheitszentrum in Kalefeld, 

- das McDonald´s-Restaurant in Nörten-Hardenberg, 

- das Industrielackierungs- und Siebdruckunternehmen Indula aus Lindau, 

- die KWS Saat SE aus Einbeck und 

- das Friseurgeschäft Wellenlänge von Petra Schröder aus Bishausen. 

Nach den Worten von Moderator Maximilian von Düring waren die Entscheidungen knapp. So habe bei den beiden Großunternehmen Siebrecht nur mit wenigen Punkten vor KWS die Nase vorn gehabt. Die höchste Punktzahl aller Unternehmen erhielt nach seinen Worten ZAD.

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