Europäischer Tag des Notrufs: Fast 40.000 Stück pro Jahr im Landkreis

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Ein Tablet-Computer gibt den Disponenten den Fragenkatalog vor: So ist sichergestellt, dass alle Notrufe rund um die Uhr gleich abgewickelt werden. Hier zeigt Leitstellen-Mitarbeiter Bernd Schwerdtfeger sein Arbeitsgerät.

Northeim. Heute ist „Europäischer Tag des Notrufs 112“. Zwar kennen viele Menschen diese Nummer, doch nur die wenigsten wissen, dass sie seit 25 Jahren europaweit gilt.

Nicht ohne Grund wurde der 11. Februar zum „Europäischen Tag des Notrufs“ erklärt: An diesem Tag sind die Zahlen des Datums identisch mit der Ziffernfolge des Notrufs 112. Noch immer gibt es Menschen, die sich im Ernstfall unsicher sind, ob sie 110, 112 oder doch lieber 116 117 wählen sollen. Nur 17 Prozent der Deutschen würden bei einem Notfall im europäischen Ausland die 112 wählen, haben Studien ergeben. Wir haben das zum Anlass genommen, mit Mitarbeitern der Northeimer Rettungsleitstelle Wissenswertes zum Thema Notruf zusammenzustellen.

Welche Nummer sollte man im Notfall wählen?

Bei einem medizinischen Notfall, einem Unfall oder einem Brand sollte der Notruf 112 (ohne Vorwahl) gewählt werden. Damit erreicht man die gemeinsame Leitstelle von Rettungsdienst und Feuerwehr. Die 110 ist die Notrufnummer der Polizei. Im Landkreis Northeim arbeiten beide Leitstellen unabhängig voneinander. Wählt man also die falsche Nummer, kann wertvolle Zeit durch die Weiterleitung verloren gehen. Die Leitstelle für Rettungsdienst und Feuerwehr sitzt in der Northeimer Südstadt, die Polizei-Notrufe werden in Göttingen angenommen. Unter der Nummer 116 117 ist seit April 2012 deutschlandweit der ärztliche Notdienst zu erreichen. Er ist zuständig, wenn ein Patient außerhalb der Praxisöffnungszeiten einen Hausarzt benötigt, zum Beispiel bei einer Grippe, einer starken Erkältung oder ähnlichen Erkrankungen.

Welche Informationen muss man bei einem Notruf angeben?

Wer die fünf W-Fragen aus dem Erste-Hilfe-Kurs vergessen hat, muss sich keine Sorgen machen. Die Mitarbeiter der Northeimer Rettungsleitstelle haben einen standardisierten Fragenkatalog auf dem Tablet-Computer vor sich, mit dem sie zügig alle relevanten Informationen abfragen. Die wichtigsten Fragen sind: Wo ist der Notfallort, was ist passiert und wie viele Personen sind betroffen? Noch während des Gesprächs alarmiert der Disponent die Rettungsfahrzeuge. Sollte der Verdacht bestehen, dass jemand einen Herzkreislaufstillstand erlitten hat, wird der Anrufer darüber hinaus bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung angeleitet, weil es in diesem Fall auf jede Minute ankommt.

Kann die Rettungsleitstelle eine unterdrücke Nummer erkennen?

Ja. Wählt man den Notruf, erscheint im Computer der Leitstelle automatisch die Nummer des Anrufers - auch wenn die Nummer unterdrückt ist oder jemand über eine Geheimnummer anruft. Das ist wichtig, damit bei einer Verbindungsstörung erneut Kontakt aufgenommen werden kann und Rückfragen gestellt werden können.

Kann ein Handy im Notfall geortet werden?

Die Rettungsleitstelle kann Handys nicht orten. Besteht jedoch Gefahr für Leib und Leben, können die Mitarbeiter eine Ortung bei der Polizei anfragen. Die setzt sich dann mit dem Telefonanbieter in Verbindung. Das geht in der Regel innerhalb weniger Minuten.

Wie viele Notrufe gehen pro Jahr bei der Rettungsleitstelle ein?

Im Jahr 2015 hat die Northeimer Rettungsleitstelle rund 39.700 Notrufe angenommen. Etwa 1000 davon wurden von der Polizei weitergeleitet, die Hälfte kam über die Festnetznummer und nicht über den Notruf 112.

Wie schnell ist Hilfe vor Ort, wenn man den Notruf wählt?

Für den Rettungsdienst in ländlichen Gebieten gilt eine gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von 15 Minuten. Innerhalb dieser Zeit muss bei einem Notfall der Rettungsdienst vor Ort sein. Für die Freiwilligen Feuerwehren ist diese Hilfsfrist nicht bindend, sie dient jedoch als Richtlinie.

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