Fast wie mit Familie: Weihnachten in der Oase

Weihnachtslieder am Tannenbaum: Dr. Almuth Boettiger, Vorsitzende des Oase-Fördervereins, begleitete auf der Gitarre den Helferinnen und Helfern und einigen Gästen beim Singen. Die meisten Besucher wollten aber nicht mit aufs Pressefoto. An der Wand eine Dartscheibe, die zum Freizeitangebot des Tagestreffs Oase gehört. Foto:  Eriksen

Northeim. Im Northeimer Tagestreff Oase haben 30 Gäste und Mitarbeiter gemeinsam Heiligabend gefeiert.

„Als wir Weihnachtslieder sangen, bekam ich eine Gänsehaut“, sagte einer der Gäste nach der Heiligabend-Feier in der Northeimer karitativen Einrichtung „Oase“. Der Witwer, Vater zweier erwachsener Kinder, besuchte zum sechsten Mal die Veranstaltung, die von Mitgliedern des Oase-Fördervereins organisiert und durchgeführt wurde.

Insgesamt drängten sich 30 Gäste, Helferinnen und Helfer in der Oase an den weihnachtlich geschmückten Tischen und in der Küche. Sie bewiesen wieder mal, dass es meist gemütlicher ist, wenn viele Menschen wenig Platz haben, als wenn wenige Personen sich in größeren Räumen verlieren.

Einige hatten vorher den Gottesdienst in der benachbarten St.-Sixti-Kirche besucht. „Wir legen den Beginn bewusst so, dass man vorher zur Kirche gehen kann“, sagte die Vorsitzende des Fördervereins Dr. med. Almuth Boettiger, Allgemeinmedizinerin in Northeim. Sie überwachte nicht nur den Ablauf der zweistündigen Feier, sondern begleitete auf der Gitarre, als gesungen wurde. Auch die Helferinnen und Helfer nahmen sich für die Weihnachtslieder Zeit.

Die Besucher erzählten gerne, warum sie die Feier besuchen, wollten aber alle anonym bleiben. Da war eine ältere Dame, die zwar Kinder in der Region hat, aber der Meinung ist, die jungen Familien sollten Heiligabend unter sich bleiben dürfen. Das vierte Mal zu Gast war eine jüngere Frau mit Sohn und Verlobtem. Während sie erzählte, bastelte sie aus Weihnachtsservietten hübsche Seerosen, die sie verschenkte.

Mehrere allein stehende Männer und Frauen besuchten die Feier. Wer sich zunächst für sich hielt, wurde bald von anderen angesprochen. Viele kannten sich ohnehin. Es war fast wie eine Familienfeier, aber ohne den Stress.

Einige Gäste kommen zur Heiligabend-Feier, solange es sie gibt. Andere waren zum ersten Mal da und kennen die Oase noch nicht lange. Aber alle waren sich einig, dass das ein guter Ort ist.

„Das Essen schmeckt und ist preiswert“, sagte einer, und ein anderer meinte: „In den Unterkünften gibt es oft Betrunkene. Das ist in der Oase anders, und das gefällt mir.“

Geboten wurde Bockwurst und Kartoffelsalat, Kompott mit Vanillesoße, Kaffee und Weihnachtsgebäck. Zum Schluss gab es für jeden Gast eine Tüte mit Süßigkeiten. Das alles ist natürlich nur durch Spenden möglich.

Wie man spenden kann und wie man Mitglied des Fördervereins der Oase wird, steht auf der Homepage. (zäl)

www.foederverein-oase-northeim.de

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