Vier Wochen lang

Northeim: Sperrung aller vier Innenstadt-Bahnübergänge

Dicht: Der Bahnübergang an der Northeimer Mühlentorkreuzung ist einer von insgesamt vier gesperrten Übergängen in der Stadt. Hier ist bis zum 25. August kein Durchkommen, weder für Autos noch für Fußgänger. Foto: Gödecke

Northeim. Viele Northeimer fühlen sich derzeit wie im geteilten Berlin zur Zeit des Kalten Kriegs. Die Trennung der Stadt Northeim in Nord- und Südteil durch die baubedingte Sperrung sämtlicher Bahnübergänge sorgt für viel Ärger.

Einen Monat lang und noch bis zum 25. August sollen die vier Übergänge wegen der Erneuerung der Schienen und des Gleisunterbaus komplett dicht bleiben. Auch Fußgänger haben kaum die Chance, die Bahntrasse zu queren. Lediglich am relativ dezentralen Übergang am Hallenbad dürfen Passanten rüber.

Für viele Northeimer ist die Vorgehensweise der Bahn unverständlich, durch die zeitgleiche Sperrung aller vier innenstadtnahen Übergänge über Wochen werde das städtische Leben enorm beeinträchtigt. So müssten die Northeimer lange Umwege in Kauf nehmen, um beispielsweise von der Innenstadt zum Rathaus zu gelangen.

Umsatzeinbußen dürfte der direkt an der Bahnlinie gelegene Kaufland-Einkaufsmarkt haben. Er ist vom Südteil der Stadt abgeschnitten. Selbst Fußgänger können ihn aus Richtung Innenstadt nur mit einem Umweg von mindestens 600 Metern erreichen. Die Kaufland-Pressestelle hat deswegen eigens einen Hinweis formuliert, dass der Markt natürlich weiter geöffnet sei und mit dem Auto über die Tangenten und die Rückingsallee von Norden her erreichbar ist.

Verärgert sind auch die Anwohner nahe der Bahnlinie. Anders als die Bahn der HNA mitgeteilt hatte, sind viele von ihnen nämlich nicht im Vorfeld der Gleisbauarbeiten mit einem Handzettel informiert worden. Anwohnerin Brunhilde Berghof, die gegenüber der Bahnlinie wohnt und in dem Haus auch Ferienwohnungen vermietet: „Einen Handzettel haben wir nicht bekommen. Hätten wir vorher gewusst, dass hier vier Wochen lang nachts gebaut wird, dann hätten wir die Wohnungen in der Zeit nicht vermietet.“

Bahn räumt Info-Panne ein

Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lowis räumt gegenüber der HNA ein, dass es bei der Verteilung der Zettel Probleme gegeben habe. Nur einige Anlieger hätten ein Schreiben erhalten. Man sei davon ausgegangen, dass die Stadt Northeim eine Pressemitteilung herausgegeben habe und dies als Information ausreiche. Man sehe jedoch ein, dass dies ein Fehler gewesen sei.

Dass im Stadtgebiet alle Bahnübergänge gleichzeitig saniert würden, habe nach den Worten des Bahnsprechers auch damit zu tun, dass die Stadt Northeim 2016 die Sanierung der Rhumebrücke im Zuge der Rückingsalle plane. Die Stadt habe deswegen die Bahn gebeten, im kommenden Jahr keine Bahnübergänge zu sperren, damit Umleitungsstrecken vorhanden sind, wenn die Brücke gesperrt werde.

Die Bahn, so Meyer-Lowis, habe deswegen entschieden, alle Übergänge in diesem Jahr in einem Zuge zu sanieren. Die Arbeiten müssten in den Schulferien erfolgen, weil dann kein Schülerverkehr stattfinde. 

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