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Fast überall im Landkreis Northeim läuft Fußball

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Von: Jürgen Dumnitz, Axel Gödecke, Niko Mönkemeyer

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Jubelnde Fußballfans beim Public Viewing in einer Parkanlage
Szenen wie auf diesem Archivfoto, das beim Public Viewing zur WM 2010 in den Northeimer Wallanlagen entstand, wird es bei der diesjährigen Weltmeisterschaft nicht geben. © Schrader, Roland

Die Kneipenwirte im Landkreis Northeim folgen dem Boykottaufruf zur WM in Katar nicht.

Northeim – Wenn am Sonntag die Fußballweltmeisterschaft in Katar beginnt, stellt sich für viele Fußballfans die Frage, wie sie mit der heftigen öffentlichen Kritik an der umstrittenen Sportveranstaltung umgehen und ob sie dem Boykottaufruf folgen.

Gruppen und Vereine, die bei den vergangenen Weltmeisterschaften große Public-Viewings unter freiem Himmel organisiert haben, haben im Kreis Northeim von vornherein auf die Planung solcher Veranstaltungen verzichtet, weil die WM im Winter stattfindet.

Aber es gibt auch Wirte, die darauf verzichten, die Liveübertragungen zu zeigen, weil sie sich dem Boykott anschließen. In Hamburg beispielsweise haben sich bereits acht Kneipen offiziell in diesem Sinne geoutet, in Kassel sind es sechs Sportsbars. Auch wenn viele Gastronomen dem Austragungsland Katar kritisch gegenüberstünden, so würden die meisten dennoch Übertragungen anbieten, sagt Renate Mitulla, Geschäftsführerin im Landesverband Niedersachsen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes und Sprecherin des Dehoga-Kreisverbandes Northeim. Gastronomen, die solche Veranstaltungen schon immer im Angebot gehabt hätten, dürften es auf Wunsch der Gäste wieder tun.

„Wir werden die Spiele in unserem Cutter’s-Club auf alle Fälle zeigen und freuen uns auf Gäste“, sagt Beat Jürgens, Inhaber und Betreiber des Hotels Schere in Northeim auf HNA-Anfrage. Auch im Dinx am Northeimer Autohof, das noch bis 21. November Betriebsferien hat, bietet laut ihrer Internetseite abends WM-Live-Übertragungen an.

Im Gasthaus Zensing in Bodenfelde sollen von Anfang an alle Spiele mit Beteiligung der deutschen Elf live zu sehen sein, teilte Wirt Hagen Burmester mit. Ein Boykott sei für ihn als Fußballfan kein Thema. Auf die Ausstattung seiner Gaststätte als Fanmeile verzichte er aber.

Ein gemeinsames Fußball-Sehen ist in der Gaststätte des SC Schoningen nicht vorgesehen. Laut Wirtin Gertrud Heitel sei die Fußball-WM diesmal kein Thema im Gastraum, wo zwar ein Fernseher steht, aber kein Fußball laufe.

Michael Römer, Inhaber der Kleinen Kneipe in Uslar, will es seinen Gästen überlassen, ob sie die WM-Spiele sehen wollen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht habe er sich entschieden, bei den WM-Übertragungen den Fernseher im Gastraum einzuschalten. Mit einem Boykott würde er sein schon durch Corona gebeuteltes Kneipengeschäft nur unnötig strapazieren.  (Niko Mönkemeyer, Axel Gödecke, Jürgen Dumnitz)

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