Private Kontaktbeschränkungen fallen weg

Corona im Kreis Northeim: Fast überall nur noch 3G-Regel

Ein kleiner Piks: Die Corona-Impfung.
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Durch die neue Corona-Verordnung des Landes gilt auch im Kreis Northeim jetzt fast überall die sogenannte 3G-Regel (Symbolbild).

Geimpft, genesen oder getestet: Die sogenannte 3G-Regel, die in dieser Woche in Kraft getreten ist, wird zukünftig auch im Landkreis Northeim das tägliche Leben in vielen Bereichen bestimmen. Wir erläutern einige neue Regeln, die das Land Niedersachsen in der neuen Verordnung festgelegt hat.

Northeim - Die gute Nachricht: Komplett weggefallen sind ab sofort die Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich. Heißt: Beliebig viele Menschen aus beliebig vielen Haushalten können sich privat treffen. Auf Hygiene und Abstand soll aber trotzdem geachtet werden.

Die neue 3G-Regel, die unter anderem gilt, wenn im Kreis Northeim die Inzidenz fünf Tage nacheinander über 50 liegt (Mittwoch: 31,7), ist dann zum Beispiel bei Besuchen in Alten- und Pflegeheimen oder in Krankenhäusern, außerdem in Theatern, Kinos sowie Spielhallen Pflicht. Auch in Fitnessstudios, Schwimmhallen oder Saunen müssen die Besucher dann geimpft, genesen oder getestet sein.

Auch bei den sogenannten körpernahen Dienstleistungen, die laut Landkreis-Mitteilung jetzt mehr Bereiche umfassen als bisher, müssten dann die 3G-Regeln eingehalten werden. Davon betroffen sind: Optiker, Hörgeräteakustiker, Friseure, Tattoo-Studios, Nagelstudios, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Maniküre- und Pedikürestudios, Praxen für Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie oder Fußpflege, Orthopädieschuhmacher, Betriebe der Orthopädietechnik und Heilpraktiker.

Betroffen sind auch private oder Gastronomieveranstaltungen sowie kommerzielle Veranstaltungen ab 25 und bis zu 1000 gleichzeitig anwesenden Teilnehmern, heißt es weiter.

Es gibt aber auch Ausnahmen von 3G: Sitzungen, zum Beispiel von Orts-, Stadt- oder Gemeinderäten, religiöse Veranstaltungen, berufliche Aus-, Weiter- und Fortbildungen werden nicht beschränkt. Dasselbe gilt für Demonstrationen oder Kundgebungen.

Für Mensen, Cafeterien oder Kantinen, die in Unternehmen, Universitäten, Heimen und Behörden von Mitarbeitern genutzt werden, gilt 3G ebenfalls nicht, ebenso für die Tafeln sowie Raststätten und Autohöfen auf Autobahnen.

Doch die 7-Tage-Inzidenz ist nicht mehr allein Indikator für Corona-Maßnahmen, das Land berücksichtigt zusätzlich die durchschnittliche Zahl der Corona-Infizierten in den Kliniken sowie auf den Intensivstationen.

Neben der weiterhin geltenden 7-Tage-Inzidenz auf Kreisebene gibt es jetzt noch die beiden landesweiten Indikatoren Hospitalisierungsinzidenz, also die Zahl pro 100 000 Einwohner der in ganz Niedersachsen wegen Corona in ein Krankenhaus eingelieferten Menschen, sowie den Prozentanteil der mit Corona-Erkrankten belegten Intensivbetten an der gesamten Intensivbetten-Kapazität des Landes.

Festgelegt wurden zudem drei Warnstufen:

Warnstufe 1: 7-Tage-Inzidenz im Landkreis zwischen 35 und 100, landesweit über 6 und bis 9 Neuaufnahmen in Kliniken je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen und landesweit fünf- bis zehnprozentige Auslastung der Intensivbetten wegen Corona.

Warnstufe 2: Inzidenz zwischen 100 bis 200, über 9 bis 12 Aufnahmen in Kliniken, Auslastung Intensiv-Betten 10 bis 20 Prozent.

Warnstufe 3: Inzidenz über 200, über 12 Neuaufnahmen in Kliniken, Auslastung Intensivbetten über 20 Prozent.

Werden an fünf aufeinander folgenden Werktagen im Landkreis Northeim zwei dieser Leitindikatoren überschritten, gilt die jeweilige Warnstufe am übernächsten Tag. Sie wird per Allgemeinverfügung erlassen.

Aber: Wenn eine Warnstufe ausschließlich von den Leitindikatoren „Hospitalisierung“ und „Intensivbetten“ abhängt und gleichzeitig im Landkreis die Inzidenz deutlich und vor allem längerfristig unter den Werten einer Warnstufe liegt, kann die Kreisverwaltung auf einen Wechsel in die nächsthöhere Warnstufe verzichten.

Laut Kreisverwaltung gelten unabhängig von Warnstufen und Inzidenz weiterhin die bisherigen Schutzmaßnahmen wie Maske, Abstand, Hygiene und Lüften.

Maskenpflicht

Die neue Corona-Verordnung des Landes sieht auch in Zukunft weitestgehend das Tragen einer medizinischen Maske vor: Die Maskenpflicht gilt in geschlossenen Räumen, unter anderem auch bei privaten Veranstaltungen, wenn mehr als 25 Personen anwesend sind, die nicht geimpft, genesen oder getestet sind. Ausnahme: Kinder bis sechs Jahre und Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden.

Bei einer Veranstaltung, bei der die Besucher sitzen oder in der Gastronomie kann die Maske am Sitzplatz abgenommen werden. Wer nicht sitzt, muss auch in einer Diskothek, im Club oder in eine Shisha-Bar eine Maske tragen – es sei denn, der Betreiber wählt die Variante 2G und lässt nur noch Geimpfte und Genesene hinein.

Die Maskenpflicht gilt nicht unter anderem:

in Privaträumen;

bei der Wahrnehmung eines politischen Mandats und im Wahlkampf;

bei Sitzungen von kommunalen Gremien; und

beim Sport. (kat)

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