An der Autobahn bei Northeim

FDP: Stadt und Kreis sollen Lärmschutz bezahlen

Badestrand: Hinter den Badegästen rauscht der Verkehr auf der A7. Foto:  Jelinek

Northeim. Mit einem neuen Konzept unter finanzieller Beteiligung des Landkreises und der Stadt Northeim will die FDP erreichen, dass die Lärmschutzwand am Großen Freizeitsee im Zuge des Ausbaus der Autobahn A 7 doch noch errichtet wird.

„Wir müssen den Lärmschutz an der Northeimer Seenplatte sicherstellen“, unterstrich jetzt der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Grascha.

Um Bewegung in die Sache zu bringen, fordern die Liberalen gemeinsam mit ihrem Gruppenpartner im Kreistag, Gemeinsam für Einbeck (GfE), Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (parteilos) auf, Gespräche mit der Stadt Northeim für die Erarbeitung eines Finanzierungskonzepts zu führen, „um in eine Realisierung des Lärmschutzes gegebenenfalls mit Eigenmittel von Landkreis und Stadt einzubringen“. Dies sei mit dem Bund zu erarbeiten. Einen entsprechenden Antrag hat die Gruppe gestellt.

Er soll nach den bisherigen Planungen im Kreistag behandelt werde, der am Freitag, 8. September, um 15 Uhr im Northeimer Kreishaus stattfindet.

 Grascha: „Die Landrätin soll sich persönlich einsetzen.“ Er schätzt grob, dass sich die Kosten auf 1,6 Millionen Euro belaufen. Bislang hat der Bund den Bau einer Lärmschutzwand am Freizeitsee abgelehnt, wenn die Autobahn von vier auf sechs Fahrspuren verbreitert wird. Begründet wurde dies im Planungsfeststellungsverfahren damit, dass das Gebiet nicht unter den „so genannten Schutz der Nachbarschaft im Sinne der Verkehrslärmschutzverordnung fällt“. So lautete die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage Graschas aus dem Herbst 2015.

„Falsche Entscheidung“

Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Northeimer Stadtrat, Eckhard Ilsemann, nannte die damalige Entscheidung im Planfeststellungsverfahren falsch.

Zur Ankündigung, über den Einbau von sogenanntem Flüsterasphalt eine Lärmminderung zu erreichen, sagte er, dieser sei heute nicht mehr Stand der Technik. Von der Zeit her sei der Bau einer Lärmschutzwand noch „ohne Weiteres möglich“.

Gemeinsam für Lärmschutz am Großen Freizeitsee: Die FDP-Politiker, von links: Christian Grascha, Nicole Langer, Marion Villmar-Doebeling, Irnfried Rabe und Eckhard Ilsemann. Foto: Niesen

Der frühere Bürgermeister Northeims, Irnfried Rabe, Mitglied der FDP-Fraktion im Stadtrat und Kreistag, unterstrich, dass der Bund als Bauherr für die Nachteile, die mit dem Autobahnausbau verursacht werden, gerade stehen müsse. Christian Grascha bedauerte, dass die beiden Bundestagsabgeordneten aus der Region, Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD) und Dr. Roy Kühne (CDU), offenbar „nicht genug Gewicht“ hätten, um in dieser Frage etwas zu erreichen. Auch von den beiden Landtagsabgeordneten der SPD, Uwe Schwarz und Frauke Heiligenstadt - „eine Ministerin“ -, hatte er sich mehr erhofft.

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