Immer mehr Details werden bekannt

Festgenommener Northeimer Salafist: Früher in rechter Szene?

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Northeim. Nach der Festnahme des 26-jährigen Northeimers, der einen Sprengstoffanschlag geplant haben soll, kommen immer mehr Details ans Tageslicht.

Northeims Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser hatte am Donnerstagabend in der öffentlichen Sitzung des Stadtrats verkündet, dass ihm von der Northeimer Polizei versichert worden sei, dass es sich bei dem in Northeim festgenommenen Anhänger der Salafistenszene um einen Einzeltäter handele und dass mit der Festnahme des 26-Jährigen eine konkrete Gefahr beseitigt worden sei.

Dazu hieß es seitens der Polizeidirektion Göttingen, dass „im Augenblick keine konkrete Gefahr besteht und dass nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen nicht erkennbar ist, dass der 26-Jährige einer ganzen Gruppe von Salafisten angehört“. Alles weitere müsse erst noch ermittelt werden.

Nach der Festnahme des 26-jährigen Salafisten am Mittwoch in Northeim kommen nach und nach immer weitere Details ans Tageslicht. Bei dem Terrorverdächtigen aus Northeim soll es sich um Sascha L. handeln, der vor einiger Zeit aus einem Stadtteil von Berlin nach Northeim gezogen ist.

Auf dem Facebook-Profil des Verdächtigen sind verschiedene Bilder zu sehen, darunter die Zeichnung eines niedlichen Vogels mit einem Rucksack auf dem Rücken. Darunter steht: „Bitte nicht schubsen. Ich habe eine Bombe im Rucksack“.

Makaber, denn die Ermittler der Polizei entdeckten am Mittwoch bei der Durchsuchung der Wohnung des 26-Jährigen unter anderem Chemikalien und Bauteile für eine ferngezündete Bombe. In seiner Vernehmung hatte Sascha L. angegeben, Polizisten oder Soldaten in eine Falle locken zu wollen, um sie mit dem Sprengsatz zu töten (wir berichteten).

Die Bild-Zeitung berichtet zudem, dass der 26-Jährige von Hartz IV lebt und früher in Berlin in der rechten Szene aktiv war. Vor rund eineinhalb Jahren sei er nach Northeim gezogen, wo er in einer kleinen Wohnung in der Sonnenpassage mitten in der Fußgängerzone lebt.

Wann sich der 26-Jährige der Salafistenszene anschloss, ist nicht bekannt. Die Polizeidirektion Göttingen wollte sich dazu am Freitag nicht äußern: „Wir stehen erst am Anfang der Ermittlungen“, sagte eine Sprecherin.

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