Rüstwagen fährt mit 340 PS

Feuerwehr Northeim: Zentrale für 800.000 Euro aufgerüstet

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Für den Notfall gerüstet: Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrausschusses, Karl-Heinz Hagerodt, Bundestagsmitglied Dr. Roy Kühne Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und Kreisbrandmeister Bernd Kühle begutachten die Geräte im neuen Rüstwagen. 

Northeim. Unter einer Werkzeugkiste stellt man sich einen kleinen Kasten mit Hämmern, Schraubendrehern und Zangen vor. Die Feuerwehrtechnische Zentrale im Kreis Northeim denkt in anderen Dimensionen.

Ihre neue „Werkzeugkiste“ wiegt 18 Tonnen, hat 340 PS und ist vollgestopft mit modernster Rettungs- und Bergungstechnik. Das 420.000 Euro teure Fahrzeug ersetzt nun den mehr als 25 Jahre alten Vorgänger. „Für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis ist es von herausragender Bedeutung“, sagt Karl-Heinz Hagerodt, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrausschusses, bei der Vorstellung der neuen Fahrzeuge und des Einsatzleitsystems.

Rüstwagen mit acht Tonnen Zugkraft

Nötig sei es insbesondere für Rettungseinsätze, etwa bei Verkehrsunfällen auf der Autobahn, erklärte Kreisbrandmeister Bernd Kühle.

So ist der MAN ausgestattet mit Geräten zur Rettung von Menschen nach schweren Verkehrsunfällen mit Autos, Bussen und Lastwagen. Auch kann Hilfe bei Unwettern, Bahn- oder Baustellenunfällen geleistet werden. Der Rüstwagen wird im Einsatz mit drei Feuerwehrleuten besetzt.

Mit an Bord sind eine Seilwinde mit acht Tonnen Zugkraft, ein Notstromerzeuger, Leuchtmittel, hydraulisches Rettungsgerät wie Rettungsschere- und Spreizer, Abstützsysteme und diverse Schneidgeräte. Für den Einsatz an tonnenschweren Bussen und Lastwagen gibt es ein spezielles Schneidgerät, eine Rettungsplattform und mehrere Hebe- und Bergungskissen.

Zudem wurde für die Arztgruppe der Umweltfeuerwehr ein neues Notarzteinsatzfahrzeug im Wert von 92.000 Euro erworben, mit dem seit Oktober bereits über 70 Einsätze gefahren wurden.

Der Wagen kann sowohl für die Rettung eigener Feuerwehrkräfte, als auch im zivilen Einsatz verwendet werden. Er enthält unter anderem einen Notfallrucksack und Medikamente.

Einsatzleitsystem der Feuerwehr für 300.000 Euro

Schließlich wurde das 300.000 Euro teure neue Einsatzleitsystem vorgestellt. Alle Arbeitsplätze sind mit großen Curved-Bildschirmen ausgestattet, die den zwölf Mitarbeitern der Leitstelle einen besseren Überblick über die Lage verschaffen.

Hochmoderne Technik: Astrid Klinkert Kittel, Leitstellenleiter Kai Reichelt und Simon Hartmann vor dem neuen Einsatzleitsystem. 

Das neue System ermöglicht laut Leitstellenleiter Kai Reichelt eine bessere Alarmierung. Per GPS-Ortung sei ersichtlich, welche Fahrzeuge den Einsatzort am schnellsten erreichen könnten und das sogar aus den Nachbarlandkreisen. Zudem beinhalte das System zusätzliche Daten, wie Forstrettungspunkte.

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