Zu wenige Aktive in der Wehr

Feuerwehrmann will Feuerwehr Schnedinghausen retten

Einsatz für das Tragkraftspritzenfahrzeug Schnedinghausen: Werner Meyer (5. von links) , stellvertretender Ortsbrandmeister in Behrensen, hatte die Schnedinghäuser Kameraden während einer Übung alarmiert. Auf dem Bild sind die Aktiven aus Behrensen, Schnedinghausen und Großenrode zu sehen. Foto:  privat/nh

Schnedinghausen / Moringen. Die Entscheidung hat Werner Meyer einfach keine Ruhe gelassen: Die Ortsfeuerwehr Schnedinghausen soll aufgelöst werden, weil nicht mehr genügend Aktive dabei sind.

Dazu muss der Northeimer Stadtrat noch einen Beschluss fassen. Das ist bislang noch nicht passiert.

Alle Rettungsversuche auch der Feuerwehrführung im Landkreis, die Schnedinghäuser Wehr zu retten, waren bisher gescheitert. Doch Werner Meyer, selbst seit Jahrzehnten Feuerwehrmann aus Leidenschaft, stellvertretender Ortsbrandmeister in Behrensen und Zugführer des Löschzugs 4 in Moringen, will noch einen Rettungsversuch wagen.

Seine Idee ist, dass die sechs verbliebenen Aktiven der Schnedinghäuser Wehr eine Löschgruppe bilden und den Übungs- und Ausbildungsdienst in Behrensen besuchen. Meyer: „Nach einer Einsatzübung am vorigen Wochenende, zu der ich die Schnedinghäuser mit ihrem Fahrzeug mitalarmiert hatte, wurde deutlich, dass die verbliebenen Feuerwehraktiven dort über die jetzige Situation total unglücklich sind und eigentlich lieber weitermachen möchten.“

Da sich die Feuerwehrleute aus Behrensen und Schnedinghausen schon lange und gut kennen, könne man sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen, so Meyer weiter. Und man sei sich einig in der Hoffnung, die aktuelle Entwicklung mit der drohenden Auflösung der Feuerwehr noch aufhalten zu können.

Zwar gehöre die Ortschaft Schnedinghausen zur Stadt Northeim und Behrensen nach Moringen, aber Kreisbrandmeister Kühle selbst habe vor einiger Zeit bei einer Versammlung gesagt, dass insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels für Feuerwehren keine Gemeindegrenzen gelten dürften, sagt Werner Meyer.

Von seiner Idee seien die Feuerwehrkameraden aus Schnedinghausen sehr angetan gewesen, der Ortsrat habe den Beratungspunkt „Auflösung der Ortswehr Schnedinghausen“ in seiner jüngsten Sitzung erstmal von der Tagesordnung genommen. Auch das Moringer Stadtkommando sei mit der Idee einverstanden, so Meyer.

Kreisbrandmeister Bernd Kühle, dem Meyer seinen Vorschlag inzwischen schriftlich unterbreitet hat, findet die Idee grundsätzlich gut, dass Feuerwehrleute aktiv bleiben, auch wenn es nicht in der Feuerwehr des Heimatortes ist.

Kühle gab am Donnerstag spontan grünes Licht für eine Probephase bei der Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren Schnedinghausen und Behrensen: „Die sollen das jetzt erstmal versuchen. Danach müssen wir spätestens im Juli aber mit allen Verantwortlichen in Gespräche einsteigen. Denn was wir auf jeden Fall verhindern müssen, ist ein wilder Austausch von Feuerwehrkräften über Dorf- und Gemeindegrenzen hinweg.“

Das sieht Werner Meyer übrigens genauso: „Wir müssen erstmal abwarten, ob das alles so funktioniert. Aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.“ Ihm sei es vor allem wichtig, dass die Schnedinghäuser Feuerwehrkameraden der Feuerwehr als aktive Kräfte erhalten bleiben.

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