Mit der Wildkamera auf der Pirsch

Fischotter an der Leine zwischen Sudheim und Nörten-Hardenberg gesichtet

Fischotter auf dem Land
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Fotobeweis: Diese Nachtaufnahme von einem Fischotter entstand mit einer Wildkamera an der Leine zwischen Sudheim und Nörten-Hardenberg.

Nach dem Biber ist nun auch der Fischotter in das Northeimer Leinetal zurückgekehrt.

Sudheim – Vor einigen Tagen wurde Axel Reuß aus Sudheim zum Fischereibeauftragten der Gemeinde Nörten-Hardenberg ernannt (wir berichteten). Zu den Aufgaben des 55-jährigen Hobbyanglers gehört es, ab sofort an der Leine im Bereich zwischen der ehemaligen Nörtener Zuckerfabrik und der Leinemühle bei Sudheim nach sogenannten Schwarzanglern Ausschau zu halten.

Bei seinen Patrouillen kommt ihm seine Ortskenntnis zugute, denn er begibt sich schon seit vielen Jahren an den Ufern der Leine auf die Pirsch – allerdings nicht mit einem Gewehr, sondern mit der Wildkamera. Und mit der ist ihm vor einigen Tagen ein spektakulärer „Schuss“ gelungen.

„Ich konnte es erst gar nicht glauben, aber da hatte ich tatsächlich einen Fischotter erwischt“, berichtet Reuß, denn der seltene Wassermarder sei in der hiesigen Gegend bislang nicht nachgewiesen worden.

Das bestätigte auch Reinhard Nieke vom Leineverband Northeim. Bislang habe es lediglich die Vermutung gegeben, dass es wieder Fischotter hier in der Leine geben könnte, sagte er auf HNA-Anfrage. Konkrete Spuren oder Sichtungen seien aber bislang nicht bekannt gewesen.

Reuß freut sich, auf diese Weise im wahrsten Sinne des Wortes etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben, denn er hat es mit seiner Wildkamera hauptsächlich auf Tiere abgesehen, die sich meistens der Beobachtung durch den Menschen entziehen und hauptsächlich in der Nacht aktiv sind.

Angefangen hat alles, als er vor einigen Jahren beim Angeln verdächtige Spuren am Ufer entdeckt hat, die auf die Aktivitäten eines Bibers hindeuteten. Das hat seine Neugierde geweckt, und so kaufte er sich seine erste Wildkamera.

„Die ersten Aufnahmen waren allerdings nicht zu gebrauchen“, blickt Reuß zurück und schmunzelt. „Denn die hat nur mit Verzögerung ausgelöst, sodass man auf den Aufnahmen nur sehen konnte, dass da irgendwas unterwegs war. Erkennen konnte man aber leider nichts.“

Die zweite Kamera war dann qualitativ besser und nachdem Reuß auch einige Anfängerfehler hinsichtlich der Positionierung und Befestigung abgestellt hatte, gab es dann die ersten gelungenen Aufnahmen.

Inzwischen hat Reuß einen ganz guten Überblick über die nächtlichen Aktivitäten an den Ufern der Leine, und so konnte er kürzlich sogar eine illegale Maisernte dokumentieren, an der Biber und Waschbären beteiligt waren. Auch ein Dachs und mehrere Mäuse wurden dabei als Mittäter entlarvt.

„Nach meiner Schätzung haben die Biber an der Stelle, an der ich die Kamera aufgestellt hatte, ungefähr 250 Maisstangen abgebissen und ins Wasser gezogen“, berichtet Reuß. „Das kann man auch jetzt noch auf dem abgeernteten Feld sehen, denn die Stängel, die der Häcksler übrig gelassen hat, sind erheblich höher als die vom Biber abgebissenen.“ Die Stellen, an denen er seine Aufnahmen gemacht hat, möchte Reuß lieber für sich behalten.

Wenn Reuß mit der Angel unterwegs ist und dabei dann nichts fängt, stört ihn das nicht. „Es ist auch schön, einfach nur am Ufer zu sitzen und die Natur zu beobachten“, sagt er und berichtet, dass auch die Wasseramsel und der Eisvogel in „seinem“ Revier zu Hause sind. „Wir Sportfischer freuen uns über diese Artenvielfalt in und an der Leine, denn die ist ein sicheres Anzeichen für ein intaktes Gewässer.“ Nur mit einer Art, nämlich dem Kormoran, könne er sich als Angler nicht so recht anfreunden. „Aber der ist hier zum Glück nur anzutreffen, wenn der Kiessee in Northeim zugefroren ist.

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