Naturscouts Leinetal informieren über bedrohten Wassermarder

Fischotter im Landkreis Northeim auf dem Vormarsch?

Der Fischotter ist höchst wahrscheinlich mittlerweile auch im Leinepolder heimisch. Bewiesen ist das jedoch nicht. Diese Aufnahme entstand dort nicht.
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Der Fischotter ist höchst wahrscheinlich mittlerweile auch im Leinepolder heimisch. Bewiesen ist das jedoch nicht. Diese Aufnahme entstand dort nicht.

Der Fischotter kehrt in den Landkreise Northeim zurück.

Northeim – Nachdem vor einigen Wochen ein Fischotter an der Leine zwischen Sudheim und Nörten-Hardenberg mithilfe einer Wildkamera aufgenommen worden war (wir berichteten), gibt es jetzt Berichte über weitere Sichtungen an der Ilme bei Einbeck. Die Naturscouts Leinetal haben das jetzt zum Anlass genommen, über den in Deutschland vom Aussterben bedrohten Wassermarder zu informieren.

Dort, wo der Fischotter vorkomme, werde er von vielen Berufsfischern und Anglern mit Argwohn betrachtet, sagt Thomas Spieker von den Naturscouts Leinetal. Wie viele Tiere derzeit in Deutschland leben, sei unklar, weil er dem Menschen aus gutem Grund aus dem Weg gehe.

Dieser Fischotter wurde bei Sudheim mit einer Wildkamera fotografiert.

„Lange Zeit hatte er ein schlechtes Image, und im Mittelalter war man davon überzeugt, Fischotter würden sich auf Weiden schleichen und Lämmer töten“, weiß Spieker zu berichten. „Außerdem dichtete man ihm an, er würde im Wasser auf Jagdhunde lauern, die sich ans Ufer wagen, um sie dann zu packen und zu ertränken.“ Und weil er als Fischräuber in vermeintlicher Konkurrenz zum Menschen stand, habe man früher in der Jagd auf Fischotter einen sinnvollen Zeitvertreib gesehen. Später habe man ihn dann wegen seines wasserdichten Fells gejagt. „Bis zu 70 000 Haare finden sich auf einem Quadratzentimeter“, betont Spieker und ergänzt, das Menschen mit gesundem Haarwuchs auf dem gesamten Kopf nur 100 000 bis 150 000 Haare hätten.

Laut Spieker machen Fische etwa 70 Prozent seiner Nahrung aus, wobei er sich auf der Jagd hauptsächlich auf langsame und geschwächte Tiere konzentriere. Wie andere jagende Säugetiere, vermeide er es, sich bei der Jagd nach gesunden und flinken Beutetieren zu verausgaben. Insofern könne sich sein Jagdverhalten sogar positiv auf die Fischbestände eines Ökosystems auswirken, weil er die „schwachen Individuen aus dem Spiel“ nehme und sich so nur die fitten fortpflanzten.

„Neben Fischen frisst der Fischotter etliche weitere Tiere“, berichtet Spieker. Wasservögel wie Enten und Blässhühner müssten vor ihm ebenso auf der Hut sein wie Flusskrebse, Frösche und kleine Säuger. „Vom Kaninchen über Mäuse bis zum Bisam passt alles in sein Beuteschema. Außerdem verzehrt er Insekten, Schnecken und manchmal Muscheln.“ (Niko Mönkemeyer)

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