"Einrichtung wird dringend benötigt"

Flüchtlinge in Feuerwehrschulen: Heftige Kritik aus der Region

Training auf der Übungsstrecke der Landesfeuerwehrschule in Celle. Foto:dpa 

Northeim. Die Nachricht, dass die Landes-Feuerwehrschulen in Celle und Loy ab sofort geschlossen werden, um dort Flüchtlinge unterzubringen, stößt auf herbe Kritik.

So auch bei den Verantwortlichen der Kreisfeuerwehr Northeim. Die Einrichtung werde dringend benötigt, um Führungskräfte auszubilden. Es herrsche akuter Führungskräftemangel, sagt Kreisbrandmeister Bernd Kühle.

Es sei davon auszugehen, dass die Nutzung der Schule als Notunterkunft mindestens ein halbes Jahr dauern werde, fährt der Kreisbrandmeister fort. Über so einen langen Zeitraum keine Führungskräfte mehr auszubilden, sei einfach nicht hinnehmbar. „Das wirft uns in die Steinzeit zurück.“

Aus dem Landkreis Northeim würden immerhin jährlich 200 Aktive die ein- und zweiwöchigen Lehrgänge in Celle zur Ausbildung zu Gruppen-, Trupp- und Zugführern besuchen. Und der Bedarf sei noch viel größer, denn es lägen jährlich 500 Anmeldungen vor. 300 hätten also bisher schon aus Platzmangel nicht berücksichtigt werden können.

Die Schließung der Schule empfindet Kühle auch als einen Schlag gegen das Ehrenamt. „So etwas verärgert doch die Aktiven, auch die, die sich in den Reihen unserer Feuerwehren in Hilfeeinsätzen für die Flüchtlingsbetreuung engagieren“, fährt der Kreis-Wehrchef fort. So seien derzeit beispielsweise über 30 Aktive aus der Northeimer Kreisfeuerwehrbereitschaft IV im Erstaufnahmelager Hameln rund um die Uhr im Einsatz, um die Verpflegung zu gewährleisten.

Eine dezentrale Ausbildung von Gruppen- oder Zugführern kann sich der Kreisbrandmeister nicht vorstellen. Das sei schon aus logistischen Gründen unmöglich, denn für die Praxisausbildung würden viele technische Geräte benötigt und es gebe auch nicht genügend hauptamtliche Ausbilder.

Eine Stellungnahme, wie sich das Innenministerium die Ausbildung der Wehr-Aktiven in den nächsten Monaten vorstellt, war am Freitag trotz mehrmaliger Nachfrage nicht zu erhalten.

Das macht die Feuerwehrschule

In der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz mit den Standorten in Celle und Loy im Kreis Ammerland erfolgt die Ausbildung aller Feuerwehrangehörigen zu Führungskräften. Die Ausbildung ist eine Landesaufgabe.

In Celle werden 160 und in Loy 80 Lehrgangsplätze mit Vollpension pro Woche angeboten. Für diese Aufgaben sind 76 hauptamtliche Ausbilder an den beiden Standorten beschäftigt. Jährlich nehmen annähernd 10 000 Feuerwehrangehörige an den Lehrgängen teil. Sie sind die Grundlage, damit Feuerwehr-Aktive in Führungspositionen gelangen können. Für einen Ortsbrandmeister ist zum Beispiel der Gruppenführerlehrgang Pflicht.

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