Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge hat sich verdoppelt

Flüchtlingswelle erreicht Kreis Northeim

Northeim. Bürgerkrieg in Syrien, Terror der IS-Milizen im Nordirak und Konflikte in Ost-Europa, dem Nahen Osten und Afrika haben die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge auch im Kreis Northeim explosionsartig ansteigen lassen.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres mussten schon 200 Menschen untergebracht werden. 2013 waren es insgesamt nur 190, davor die Hälfte.

Der Landkreis will trotzdem daran festhalten, keine Sammelunterkünfte einzurichten. Sämtliche Asylbewerber und Flüchtlinge sind in Wohnungen einquartiert. „Und das soll möglichst auch so bleiben“, sagt Landkreissprecher Dirk Niemeyer mit Blick auf die andernorts in Sammelunterkünften aufgetretenen Probleme.

Wohnungsunterbringung auch dann noch, wenn die weiteren 180 Personen noch kommen, die der Kreis Northeim nach der derzeit geltenden Verteilquote zusätzlich aufnehmen muss. Die Quote hat die Landesaufnahmebehörde in Braunschweig im Juli festgelegt. Danach muss der Kreis Northeim bis Mitte 2015 insgesamt 280 weitere Personen aufnehmen. 100 davon sind bereits da. 180 werden also mindestens noch folgen.

Die Kreisverwaltung verteilt die aus den Aufnahmelagern kommenden Personen nach Einwohnerquotenschlüssel, weiter an die Städte und Gemeinden, fährt Niemeyer fort. So kommen zum Beispiel 22 Prozent nach Northeim, 10,4 Prozent nach Uslar oder 5,7 Prozent nach Hardegsen.

Der Kreis kümmere sich aber selbst um die Bereitstellung der Wohnungen. Die Mietverträge müssten die Asylbewerber zwar selbst unterschreiben, die Miete übernehme jedoch der Kreis, der sie an die Vermieter überweist. Die Kosten trägt der Landkreis aus dem Kreishaushalt. Vom Land gebe es aktuell eine pauschale Kostenbeteiligung von 5932 Euro je Flüchtling/Asylbewerber und Jahr.

Da die Migrantenzahl steigt, sei die Kreisverwaltung ständig auf der Suche nach Wohnraum. Niemeyer: „Vermieter können sich im Sozialamt melden.“ (goe)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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