Flüchtlingswelle lässt Einwohnerzahl im Landkreis Northeim steigen

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Trend vorübergehend gebrochen: Wegen der Flüchtlinge, die in den Landkeis Northeim gekommen sind, ist die BEvölkerungszahl gestiegen.

Northeim. Erstmals seit über 20 Jahren ist die Einwohnerzahl des Landkreises Northeim nicht mehr rückläufig. Grund dafür ist die Flüchtlingswelle. 

Nach Berechnungen der Kreisverwaltung ist seit Mitte 2015 sogar ein Anstieg um 300 Menschen zu verzeichnen. Aktuell liegt die Einwohnerzahl bei 134.100.

Ausschlaggebend ist die Flüchtlingswelle, die dem Kreis seit Mitte vorigen Jahres etwa 1500 neue Bewohner gebracht hat. Damit ist nicht nur die Zahl der Wegzüge, sondern auch der Sterbeüberschuss mehr als kompensiert. Kreisweit sterben jährlich 900 Menschen mehr als geboren werden.

Letztmalig war die Einwohnerzahl während des Bosnienkrieges (1992 bis 1995) ebenfalls durch Flüchtlinge leicht gestiegen. Ende 1995 wohnten noch 154 000 Menschen im Kreisgebiet. Seitdem gab es einen kontinuierlich Rückgang um 1000 Menschen pro Jahr.

Natürlich sei es im Grundsatz erfreulich, dass der Einwohnerschwund gestoppt ist, sagt Kreiskämmerer Harald Rode. Positive finanzielle Auswirkungen auf die kommunalen Finanzen habe die Entwicklung dennoch nicht. Die Städte und Gemeinden profitieren zwar von einem Einwohnerzuwachs, da sie Geld aus dem Einkommensteueraufkommen auch nach Einwohnerzahl erhalten. Da der Gesamtkuchen des zu verteilenden Geldes jedoch nicht größer geworden sei und alle Kommunen in etwa gleiche Einwohnerzuwächse durch Flüchtlinge hätten, sei das ein Nullsummenspiel.

Der Landkreis finanziere sich zudem hauptsächlich über die Kreisumlage, die die Gemeinden an den Kreis abführen, sowie aus dem Finanzausgleich des Landes. Auch Letzterer ändere sich aktuell nicht. Rode: „Mittel- oder langfristig sieht das anders aus, wenn es gelingt, die Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Ob der Trend des Einwohnerzuwachses anhält, ist fraglich, denn die Flüchtlingszahlen sind im Laufe dieses Jahres deutlich auf zehn bis 20 Personen pro Woche zurückgegangen. In Spitzenzeiten im vorigen Herbst waren es bis zu 70 in der Woche.

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