Badezone an A 7 soll im Sommer wieder ungestört nutzbar sein

Halbzeit beim Autobahnbau in Northeim

Die Flutbrücke der A 7 im Bereich des Northeimer Freizeitsees. Auf der zum See gerichteten Ostseite (Bild) ist sie so gut wie fertig. Vorn ist die Badezone mit der Liegewiese zu sehen.
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Die Flutbrücke der A 7 im Bereich des Freizeitsees in Northeim. Auf der zum See gerichteten Ostseite (Bild) ist sie so gut wie fertig. Vorn ist die Badezone mit der Liegewiese zu sehen.

An der Großbaustelle an der A  7 im Bereich der Northeimer Seenplatte ist jetzt fast Halbzeit.

Northeim - Nach Auskunft des Baukonsortiums Via Niedersachsen, das die A 7-Erweiterung auf privater Basis vornimmt, sind die Brückenbauwerke, darunter die 300 Meter lange Flutbrücke am Badestrand des Großen Freizeitsees, auf der Ostseite weitgehend fertig.

Seit April 2019 wird im Bereich der Seenplatte an insgesamt sechs Brücken gebaut, um die Autobahn auf sechs Spuren zu erweitern. Dabei gab es immer wieder Verzögerungen, auch, weil dort eine Fledermaus-Population festgestellt worden war. Es mussten Ausweichquartiere geschaffen werden.

Die Flutbrücke der A 7 bei Northeim wird auf 6 Spuren erweitert. Die Nordspur ist fast fertig, sodass ab Ende April 2021 der gesamte Verkehr erst einmal dort fließen wird. Dann beginnen Abriss und Neubau der Südspur (vorn). Foto: Hubert Jelinek

Jetzt ist die spätere Nordfahrspur in dem Bereich annähernd fertig. „Wir planen, den Verkehr im April, spätestens Mai, auf das neue Teilbauwerk der Flutbrücke zu legen, um mit dem Abbruch des Teilbauwerks im Westen zu starten“, sagt der Via-Niedersachsen-Sprecher Steffen Schütz.

Die Brücke über die B 3 sei bereits fertig. Hier sei nur die Fahrbahn auf der Westseite neu gebaut worden. Das erste Teilbauwerk der Brücke über die Landesstraße 572 nach Hollenstedt sei ebenso fertig. Der Verkehr werde dort ebenfalls im April/Mai auf die andere Fahrspur gelegt. Damit sei der Weg frei für den Abbruch und den Neubau der Fahrbahn in Richtung Süden.

Auch der Damm zwischen den Brücken sei auf der nach Osten, also zur Stadt Northeim hin, gerichteten Seite fast fertig. Der alte Autobahndamm sei angeschnitten worden und dann lagen- und stufenweise eine Verbreiterung angebaut worden, erklärt Schütz. So sei die Steigung der Dammböschung erhöht und Platz für weitere Spuren geschaffen worden.

Ganz neu gebaut worden sei hingegen die Brücke, die im Bereich der Seenplatte über die beiden Bahnlinien führt. Auch sie sei fast fertig. Es fehle nur noch die Fahrbahndecke.

Und: Steffen Schütz verspricht, dass der Badebetrieb am Badestrand des Northeimer Freizeitsees im Sommer wieder störungsfreier genutzt werden könne.

Das zweite Teilbauwerk der Flutbrücke, an dem ab April beziehungsweise Mai gebaut werde, sei ja vom Badestrand abgewandt. Der Abbruch der alten Fahrbahn und der Neubau der neuen Brückenteile sollen ausschließlich von Westen her erfolgen. Der Bauzaun am Badestrand bleibe jedoch bis zur Gesamtfertigstellung stehen. Die ist für Ende 2022 geplant.

Neue Pfeiler

An der 300 Meter langen Autobahn-Flutbrücke, die über die Northeimer Seenplatte führt, wurden und werden die alten, aus den 1950er Jahren stammenden Pfeiler übrigens nicht wieder verwendet, sondern abgerissen.

Stattdessen werden für die Brücke ganz neue Pfeiler vor Ort erstellt, und zwar neben den Fundamenten der alten Pfeiler, betont der Sprecher des Autobahnbaukonsortiums Steffen Schütz.

Auch die Brückenteile würden nicht etwa fertig per Kran eingesetzt, sondern die Brücke werde komplett vor Ort neu gebaut, also geschalt, bewehrt und betoniert.

Bau ohne Lärmschutzwand

Eine von vielen Northeimern und insbesondere den Nutzern der Freizeitanlagen am Nordufer des Großen Freizeitsees gewünschte Lärmschutzmauer wird es an der neuen Flutbrücke vorerst nicht geben. Auch das bekräftigte der Via-Sprecher noch einmal auf HNA-Anfrage.

Die Brücke sei aber so konzipiert und werde auch so gebaut, dass eine Lärmschutzwand nachträglich aufgebaut werden kann. Schütz: „Für Planung und den Bau einer solchen Wand stehen wir gern zur Verfügung.“

Die Wand war von der Stadt und auch einer Initiative von engagierten Northeimern, bei der auf Betreiben des CDU-Bundestagsabgeordneten Roy Kühne über 1000 Unterschriften gesammelt wurden, gefordert worden.

Der Bund als Auftraggeber der Autobahnerweiterung lehnt dies jedoch weiterhin ab, zum einen aus finanziellen Gründen, zum anderen, weil ein solcher Lärmschutz im Planfeststellungsbeschluss für die A7-Erweiterung nicht vorgesehen ist.

Auch der Northeimer Stadtrat hatte Bund und Land einstimmig aufgefordert, die Kosten für eine Lärmschutzwand am Freizeitsee zu übernehmen, ohne Erfolg.

Vom Wirtschaftsministerium des Landes kam bislang nur die Mitteilung, dass bei einer Nachrüstung eine finanzielle Beteiligung des Landes etwa aus der Tourismusförderung denkbar sei, aber nur, wenn sich auch die Stadt Northeim und der Landkreis an den Kosten beteiligten.

Die belaufen sich nach einer schon vier Jahre alten Schätzung auf rund 1,6 Millionen Euro für eine Wand, die dann allerdings 900 Meter lang und über die Flutbrücke hinaus gehen würde. (Axel Gödecke)

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