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Fontänen und Nebel vor St. Blasien

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Von: Olaf Weiss

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So soll der Münsterplatz nach der Umgestaltung aussehen. Grafik: TGP/nh
So soll der Münsterplatz nach der Umgestaltung aussehen. Grafik: TGP/nh © Grafik: TGP/nh

Der Innenstadtausschuss und der Sanierungsbeirat haben den Entwurf für die Umgestaltung des Münsterplatzes gebilligt. Bevor am Donnerstag, 28. April, der Stadtrat abschließend über die Planung entscheidet, zeichnet sich ab, dass eine teure Variante verwirklicht werden soll.

Northeim – Der Plan des Lübecker Büros Trüper, Gondesen & Partner stieß auf einhellige Zustimmung. Nur bei Detailfragen waren sich die Mitglieder der beiden Gremien, die am Dienstagabend gemeinsam tagten, nicht ganz einig:

Pflasterung

Zu Wahl stehen zwei Natursteinpflastervarianten aus Granit beziehungsweise aus Granit und Grauwacke oder eine Betonsteinpflasterung. Das Natursteinpflaster soll eine nahezu unbegrenzte Nutzungsdauer haben, beim Betonstein gehen die Planer von rund 40 Jahren aus.

Bei der Pflasterung soll der Bereich, in dem einst die niemals fertig gebaute Münsterkirche stand, durch dunklere Steine abgesetzt werden. Das Natursteinpflaster ist mit 1,7 Millionen (Granit) oder 1,5 Millionen Euro (Granit und Grauwacke) deutlich teurer als das Betonsteinpflaster, das mit 900 000 Euro zu Buche schlagen soll.

So stimmten Beirat und Ausschuss ab: Der Beirat sprach sich einmütig fürs teuerste Pflaster aus, der Ausschuss war gespalten: drei Stimmen von CDU und FDP fürs teuerste, eine Stimme von den Grünen fürs günstigere Natursteinpflaster, drei Stimmen von der SPD für Betonsteine.

Wasserspiele

Drei Varianten stehen zu Auswahl. Alle sind zum Toben für Kinder geeignet: Die teuerste sind Schrägstrahlfontänen plus Nebeleinheit für 250 000 Euro. Fontänen allein sollen 210 000 Euro, nur eine Nebeleinheit 125 000 Euro kosten.

Blick von oben: Die dunkel abgesetzte Fläche der nie vollendeten Münsterkirche ist zu erkennen.
Blick von oben: Die dunkel abgesetzte Fläche der nie vollendeten Münsterkirche ist zu erkennen. © Grafik: TGP/NH

So stimmten Beirat und Ausschuss ab: Beide stimmten einhellig fürs Komplettpaket.

 Beleuchtung

Die von den Planern favorisierten Straßenlampen kosten für den Münsterplatz 90 000 Euro, günstigere würden nur 33 000 Euro kosten.

So stimmten Beirat und Ausschuss ab: Beide legten noch nicht fest. Sie wollen zunächst die Lampen und ihre Leuchtwirkung in Augenschein nehmen. Unstrittig ist, dass der Münsterkirchenbereich im Dunkeln durch Bodenleuchtpunkte sichtbar gemacht werden soll.

Spielgeräte

Auf Wunsch der Politik haben die Planer den Bereich vor dem Museum, der nun unter anderem durch die Hinzunahme eines Miniaufzugs barrierefreier geworden ist und den Bereich vor dem Standesamt (ehemaliges Bürgerbüro) überarbeitet. Außerdem sind ein paar Spielgeräte aus Holz hinzugekommen. Ihre grobe Gestaltung soll an mittelalterliche Bautechniken erinnern.

Beide Gremien nahmen das ohne Abstimmung zustimmend zur Kenntnis.

 Elektrische Anschlüsse

Versenkbare Versorgungsanschlüsse, die für Veranstaltungen gebraucht werden, sind mit 80 000 Euro kalkuliert, feststehende Versorgungssäulen mit 32 000 Euro.

So stimmten Beirat und Ausschuss ab: Der Beirat stimmte mit 4:1 für die versenkbaren Anschlüsse, der Ausschuss war mit 4:3.

 Ausbaufläche

Vorgesehen ist, auch den Bereich zwischen Bürgersaal, City-Center, Stadthalle und St. Blasien mit auszubauen. Würde er ausgespart, würde das 170 000 Euro sparen. Die Hinzunahme des Straßenabschnitts vom Münsterplatz bis zur Kurzen Straße würde die Nettobaukosten von 3,7 Millionen Euro auf vier Millionen Euro steigern.

Die bisher den Platz dominierende Rasenfläche soll weichen.
Die bisher den Platz dominierende Rasenfläche soll weichen. © Olaf weiss

So stimmten Beirat und Ausschuss ab: Der Beirat war mit 3:1 Stimmen (eine Enthaltung) dafür, den St. Blasien-Innenhof mit auszubauen, der Ausschuss votierte mit 4:3 Stimmen knapper (SPD und Grüne dafür, CDU und FDP dagegen). Beim Bereich bis zur Kurzen Straßen waren Beirat und Ausschuss beide einhellig für den Ausbau.

Kosten

Die Gesamtkosten beziffern die Planer mit 3,7 Millionen (ohne Mehrwertsteuer) plus Baunebenkosten. Dabei hofft man im Rathaus auf eine Förderquote von mehr als 75 Prozent. Der Fördersatz des Städtebauförderprogramms beträgt laut Stadtverwaltung mindestens 66 Prozent.

Bauzeit

Die Umgestaltung soll nach Abschluss der Kanalbauarbeiten am Münster beginnen. Die Bauzeit für die neue Platzgestaltung soll rund zwei Jahre betragen, sodass eine Fertigstellung für 2025 realistisch ist.

Das Gelände ist in acht Bauabschnitte unterteilt, in denen nach den Worten von Planer Tonio Trüper aber zum Teil parallel gearbeitet werden könne. Der Bereich vor dem Südeingang des City-Centers ist der erste, die Straße Am Münster zwischen Medenheimer Straße und Kurzer Straße bildet die beiden letzten Abschnitte. (Olaf Weiss)

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