Landkreis Northeim verkauft Immobilie für 400 000 Euro

Ehemaliges Freizeitheim Silberborn geht an Tilch

Luftbild ehemaliges Jugendfreizeitheim Silberborn
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Das ehemalige Freizeitheim Silberborn soll dem Vernehmen nach künftig als Betreuungseinrichtung für junge Menschen genutzt werden.

Der Landkreis Northeim verkauft das im Februar 2019 geschlossene Jugendfreizeitheim Silberborn für 400 000 Euro an den Volpriehäuser Unternehmer Sven Tilch.

Northeim – Das hat der Kreistag bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen.

„Sie hätten mit ihrem Angebot bei der ersten Ausschreibung im vergangenen Jahr wahrscheinlich den Zuschlag erhalten“, sagte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) nach der Sitzung zum enttäuschten Bieter Werner Drese. Er wollte mit Unterstützern aus dem Raum Uslar und Bodenfelde auf dem 3,3 Hektar großen Areal an der Schießhäuser Straße 2 ein Erlebniszentrum für Vereine und Schulklassen verwirklichen (HNA berichtete).

Dreses Angebot war allerdings – nach dem von Nihat Gümüs aus Hamm – nur das dritthöchste von insgesamt acht. Auf Dreses Frage stellte die Landrätin klar, dass es im Vorfeld „kein Bietergespräch“ mit Tilch gegeben hätte, sondern „ein Aufklärungsgespräch“. Heinz-Willi Elter, dem Vorsitzenden des Turnkreises Northeim-Einbeck, erläuterte Klinkert-Kittel, dass unter dem wirtschaftlichsten Angebot das Höchstangebot zu verstehen sei. Der Kreistag habe bei der zweiten Ausschreibung keine anderen Kriterien als den Preis genannt.

„Wir haben weitere Kriterien gefordert, aber dafür keine Mehrheit bekommen – ein fataler Fehler“, kommentierte Karoline Otte (Grüne). Bei der ersten Ausschreibung habe es solche zusätzlichen Kriterien gegeben; sie sei ein „Flop“ geworden, erinnerte Uwe Schwarz (SPD). Nun müsse, so die Landrätin, Tilch den Zuschlag erhalten. Anderenfalls lasse sich der Kreistagsbeschluss vor Gericht anfechten.

„Tilchs Angebot entspricht als einziges annähernd dem Buchwert der Immobilie“, betonte Heiner Hegeler (CDU). Mit dem Verkauf sei das Kapitel des defizitär geführten Freizeitheims (zum Schluss jährlich 200 000 Euro Verlust) vorbei; das Geld fließe nun direkt in die Jugendarbeit, freute sich Ludwig Binneweis (SPD). „Sport- und Jugendgruppen, die es in den Solling zieht, können künftig die Jugendherberge in Silberborn oder das Jugendfreizeitheim in Neuhaus nutzen“, gab Marc Hainski (Gemeinsam für Einbeck) zu bedenken.

Auf die „guten Erfahrungen“ mit Tilch machte Irnfried Rabe (FDP) aufmerksam. Northeim habe dem Unternehmer, der mit gut 400 Mitarbeitern Senioren- und Pflegeeinrichtungen betreibe, bereits das ehemalige Forstinternat und das Kinderheim auf dem Sultmer verkauft. Von einem „gut geführten Familienunternehmen“ sprach Maik Schmitz (AfD).

Die Verwaltung will den Verkaufserlös für eine bessere Ausstattung der Schulen mit Computern verwenden. Lothar Baumelt (Northeim 21) scheiterte mit seinem Antrag, das Geld in die Jugendarbeit zu stecken.

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