Fundbüro in Northeim: Vieles wird nicht abgeholt

Von alt bis neu: Uwe Ritter, Abteilungsleiter der Bürger dienste, zeigt eines der hochwertigeren Räder, die im Fundbüro abgegeben worden sind. Foto: Seifert/nh

Northeim. Im Fundbüro der Stadt Northeim landet Alltägliches und Wertvolles. Die nächste Versteigerung findet im September statt.

Ob klappriges Damenrad, buntes Kinderrad, hochwertiges Mountainbike oder nur noch der Rahmen: Rund 70 verschiedene Fahrräder füllen derzeit drei große Räume des Technischen Dienstes in Northeim. Sie wurden im Northeimer Fundbüro abgegeben.

„Wir bekommen oft auch sehr hochwertige Räder im Wert von bis zu 1000 Euro. Trotzdem sucht niemand bei uns danach“, sagt Uwe Ritter, Leiter der Bürgerdienste. Die Räder, die nach einem halben Jahr nicht abgeholt werden, gehen entweder an den Finder zurück oder werden bei der nächsten Versteigerung an einen neuen Besitzer verkauft. Dort können ältere Räder schon für drei Euro erworben werden. Die nächste Versteigerung ist laut Ritter für September dieses Jahres geplant.

Im Fundbüro lagern aktuell ungefähr 300 Fundstücke. Neben den Fahrrädern zählen dazu alltägliche Gegenstände, aber auch kuriose Dinge. So werden oft Regenschirme, Schlüssel und Textilien abgegeben. „Je geringer der Wert, desto häufiger werden diese Dinge verloren“, erläutert Ritter.

Doch es gab auch schon ungewöhnlichere Funde: ein Rollstuhl, Gehhilfen, Eheringe, ein Kinderwagen. „Auch nach solchen Dingen fragt selten jemand. Zehn Prozent aller Fundsachen kehren gefühlt zum Eigentümer zurück“, beklagt Ritter.

„Viele Menschen wissen gar nicht, dass es ein Fundbüro gibt“, glaubt Andreas Lüer, Sachbearbeiter im Northeimer Bürgerbüro.

Das wertvollste Stück, das zurzeit im Fundbüro lagert, ist ein Damenring aus 585er Weißgold. Er wurde vor vier Jahren abgegeben und niemand hat danach gefragt. Zwei Juwelier schätzten den Wert auf 1300 Euro. Der Ring steht bei der nächsten Versteigerung zum Verkauf.

Ein Großteil der Fundsachen seien im Schwimmbad verloren gegangen, in Schulen, in Gaststätten, in Modegeschäften und besonders in Bussen, erklärt Ritter. Die Busgesellschaft Weihrauch bringe kistenweise Fundsachen in das Fundbüro.

Für jedes Fundstück wird bei der Abgabe eine Fundanzeige mit Ort, Datum und den Kontaktdaten des Finders aufgegeben. Der Finder kann angeben, ob er das Fundstück nach der Ablauffrist von einem halben Jahr behalten und ob er bei Abholung Finderlohn von dem Eigentümer haben möchte. Die Fundstücke können auch zuhause verwahrt werden.

„Wer etwas findet oder verloren hat, sollte einfach im Fundbüro anrufen oder vorbeikommen“, rät Ritter.

Kontakt: Fundbüro Northeim, Am Münster 30, Tel. 05551/993610. 

Von Chantal Seifert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.