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Futterweizen türmt sich auf Lagerhöfen im Landkreis Northeim

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Von: Niko Mönkemeyer

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Hof mit Getreidelager unter freiem Himmel
Auch auf dem Gelände des Grünen Ladens in Hardegsen muss Futterweizen aufgrund logistischer Probleme unter freiem Himmel gelagert werden. © ROLAND SCHRADER

Verkürzte Ernteperiode sorgt im Landkreis Northeim für logistische Probleme bei Landhandelbetrieben.

Northeim/Hardegsen – Viele Menschen dürften sich angesichts des weltweiten Mangels an Weizen in Folge des Ukraine-Krieges darüber gewundert haben, dass Weizen in große Mengen bei den Landhandelunternehmen der Region unter freiem Himmel gelagert wird. Dabei handelt es sich allerdings nicht um Backweizen, der für den menschlichen Verzehr gedacht ist, sondern um minderwertigeren Futterweizen.

Das teilten die Raiffeisen Warenhandel GmbH in Northeim und die Landhandel Weiterer GmbH in Algermissen, die unter anderem auf dem Gelände des Grünen Ladens in Hardegsen ein Außenlager betreibt, auf HNA-Anfrage mit.

Hintergrund für die Weizenberge ist die Tatsache, dass die Erntesaison drei Wochen früher begonnen hat und es im Moment nicht genügend Kapazitäten gibt, um das Getreide, das von den Bauern angeliefert wurde, mit Lastwagen weiter zu transportieren. „Wir haben ein logistisches Problem, weil die Transportunternehmen zu wenig Fahrer haben“, beschreibt Maik Piper von Weiterer Landhandel in Algermissen die aktuelle Situation.

Laut Peter Lässig, Lagerleiter in Hardegsen, wurden bis gestern 400 Tonnen Futterweizen gelagert. 150 Tonnen davon wurden bereits abtransportiert. In der Lagerhalle befinden sich außerdem 450 Tonnen Qualitätsweizen, der zu Mehl verarbeitet wird, sowie 700 Tonnen Raps. Auf dem gesamten Gelände in Hardegsen können laut Lässig 3000 Tonnen Getreide gelagert werden. Im vergangenen Jahr wurden dort 8000 Tonnen umgeschlagen.

Bei Raiffeisen in Northeim warten momentan in unmittelbarer Nachbarschaft des Bahnhofs allein 800 Tonnen Futterweizen auf den Abtransport. „Im Moment kommt alles auf einmal, und wir können nur hoffen, dass wir das logistische Problem bald in den Griff bekommen“, sagt Betriebsleiter Julian Hogreve. „Und auch unser Lager für Backweizen ist bis unter das Dach prall gefüllt.“

Hinsichtlich der Weizenqualität geht Hogreve nach Gesprächen mit Landwirten von einer durchschnittlichen Ernte aus. Claus Hartmann, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Northeim-Osterode hatte in der Vorwoche auch durchschnittliche Weizenqualität prognostiziert, allerdings lokal auch von einer katastrophalen Weizenernte gesprochen (wir berichteten). (Niko Mönkemeyer)

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