Tausende Euro Verlust

Kreis Northeim: Gänse fressen Felder bei Hollenstedt kahl

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Richten große Schäden an: Graugänse auf einem Feld bei Höckelheim.

Bauern im Kreis Northeim sind verärgert und besorgt: Graugänse bereiten ihnen im Bereich des Leinepolders zunehmend Probleme. 

Die Politik muss sich verstärkt darum kümmern, dass in der Nachbarschaft des Leinepolders nicht nur die Interessen des Naturschutzes, sondern auch die der Landwirtschaft ausreichend berücksichtigt werden.

Diese Forderung hat Christian Frohme aus Hollenstedt jetzt erhoben. Er gehört zu den Bauern, die schon seit mehreren Jahren darüber klagen, dass Graugänse auf ihren Äckern große Schäden anrichten.

„Bei mir liegt der Verlust Pro Jahr bei 10.000 bis 15.000 Euro, und Entschädigungen gibt es hier in der Region leider nicht, sodass ich auf den Kosten sitzen bleibe“, sagt Frohme. Er betont aber, dass er keinesfalls den Naturschutz insgesamt kritisch sehe. Ganz im Gegenteil. Er findet es richtig, dass man innerhalb des Polders Rückzugsgebiete für bedrohte Arten schafft. Und natürlich freue er sich auch darüber, dass sich der Storch hier wieder angesiedelt hat. Aber dafür, dass die wachsende Zahl an Graugänsen lediglich als Bereicherung der Fauna gesehen werde und die Probleme, die die Tiere für Landwirte darstellen, keine Beachtung fänden, habe er kein Verständnis. „Immerhin handelt es sich bei der Graugans um keine geschützte Art“, gibt Frohme zu bedenken.

Graugänse in Northeim: Vogelscheuchen zwecklos

In den vergangenen Jahren hat er vergeblich versucht, mit selbst gebauten Vogelscheuchen die Gänse von den Feldern zu vertreiben. Jetzt hat er vorsorglich kleine Gitterkästen auf seinen Äckern installiert, um die Schäden dokumentieren zu können.

Denn die Hoffnung, dass sich in Sachen Entschädigung doch noch etwas tun könnte, hat er noch nicht aufgegeben.

Dieses Video wurde nicht von der HNA erstellt. Es gehört zur unabhängigen Video-Plattform Glomex.

Ich habe mich unter anderem auch an den Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne gewandt“, sagt Frohme und berichtet, dass er ein paar Tage später einen Anruf aus Berlin bekommen habe. „Unser Anliegen soll demnächst in einem Fachausschuss angesprochen werden, habe ich erfahren.“ Frohme macht sich allerdings keine große Hoffnung, dass es kurzfristig eine Lösung für die Graugansproblematik geben wird. Daher war er selbst aktiv und hat im wahrsten Sinne des Wortes zu einem stärkeren Kaliber gegriffen, um den Gänsen die Mahlzeiten auf seinen Feldern zu vermiesen. „Wir haben erreicht, dass in diesem Bereich die Jagdzeit für Graugänse verlängert wurde“, berichtet Frohme. „Eigentlich gilt die vom 1. August bis 15. Januar. Jetzt dürfen aber bis Ende März hier Graugänse geschossen werden.“ Natürlich könne der Jagdpächter nicht alle Gänse abschießen, betont Frohme. „Wenn aber ein paar einzelne Tiere geschossen werden, sorgt das dafür, dass die anderen vergrämt werden. Im Moment sieht es so aus, als funktioniere das ganz gut.“ 

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Abschuss der Gänse keine Lösung

Dass das Abschießen langfristig eine Lösung des Problems sein könnte, glaubt Frohme allerdings nicht. „Da muss es andere Lösungen geben.“ Bei den Naturfreunden, die regelmäßig den Leinepolder besuchen und sich unter anderem auch an den großen Graugansschwärmen erfreuen, bittet Frohme um Verständnis für seine Sicht der Dinge. „Bauernstand ist Ehrenstand“, zitiert er einen alten Spruch aus dem Volksmund. „Er erhält die Stadt, er erhält das Land, er ist Pionier der Zeit und bleibt bis in alle Ewigkeit.“ Doch mit der Ewigkeit sei das so eine Sache. Rund um Hollenstedt sehe es eher nach einem Ende der Landwirtschaft aus, ist Frohme überzeugt.

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