Gänsehaut war angesagt beim Konzert des Musikvereins Wolbrechtshausen

Gänsehaut-Garanten: Die zwei Moringer Chöre und die Wolbrechtshäuser Musikanten führten unter der Leitung von Heinz Weyhing Guiseppe Verdis „Gefangenenchor“ beim Konzert „Mit vereinten Kräften“ in der Northeimer Stadthalle auf. Fotos: Eriksen

Northeim. Das Konzert des Musikvereins Wolbrechtshausen „Mit vereinten Kräften - Viribus unitis“ in der gut besetzten Northeimer Stadthalle bescherte den Ausführenden verschiedene Arten von Beifall.

Da war zum einen der bewundernde Applaus nach zwei „dicken Brocken“, die sinfonische Suite der Filmmusik zum Robin-Hood-Film und die Filmmusik zu „Children of Sanchez“. Beide Stücke von höchstem Schwierigkeitsgrad meisterte das 45-köpfige Blasorchester mit Bravour.

Nein, das ist ganz bestimmt keine „Blos-Musi vom Dorpe“ mehr. Conférencier Bernd Schneider zitierte diese dörfliche Meinung aus den Anfängen der 1919 gegründeten Formation.

Geisler fördert und fordert

Das liegt nicht zuletzt am hervorragenden Dirigenten Josef Geisler, der seit 2003 seine Wolbrechtshäuser fördert und fordert. Unter anderem setzt er erfolgreich viele Musiker solistisch ein. Gastpianistin war Katharina Keese.

Die geschickte, abwechslungsreiche Programmgestaltung brachte eine weitere Spielart von Applaus hervor. Die zwei Medleys über Titel des legendären Udo Jürgens und aus Songs der in den 1970ern gefeierten amerikanischen Gruppe „Village People“ animierten das Publikum nicht nur zum Mitsingen. Die Zuhörer brachen nach dem letzten Ton in lauten Jubel aus, der den Dirigenten fast umzuwerfen schien.

Ach ja, und gute „klassische“ Blasmusik gab es auch, zu der man mitklatschen konnte.

Guiseppe Verdi konnte das einfach – musikalische Gänsehaut komponieren. Eines der bekanntesten Beispiele ist der Gefangenenchor aus der Oper Nabucco. Auf eine ausgefeilte instrumentale Einleitung folgt ein einstimmiger Choreinsatz. Nach der ersten Strophe bricht der Chor zum Tutti fortissimo des Orchesters in achtstimmigen Gesang aus, und da bekommt man sie: die Gänsehaut.

Als Sänger für diesen Opern-Schlager, der vom Chorleiter Heinz Weyhing dirigiert wurde, hatten die Wolbrechtshäuser die zwei Moringer Chöre verpflichtet, den Gemischten Chor und die More and More-Singers. Die sangen getrennt und zusammen, unter anderem englische Hits in raffinierten Arrangements. Für Weyhing war „Die Post im Walde“ ein besonderes Erlebnis, denn Philip Materna, der die Trompete makellos blies, hat beim einstigen Lehrer am Corvinianum Musikunterricht gehabt. Materna spielte mit Mathias Schatz auch die anspruchsvollen Soli des Instrumentalstückes „Trompetensterne“.

Boomwhakers

Zu Beginn trat das Jugendblasorchester des Musikvereins auf. Höhepunkt ihres Repertoires war „Boomwhakers on Stage“. Die Kunststoffröhren, die gern als unkomplizierte Instrumente im Musikunterricht eingesetzt werden, wurden von Simon Knoke, Holger Froböse und Markus Klein geschwungen. Klein wechselte sich mit Marc Häßner als Dirigent ab.

Nach mehr als drei Stunden und zwei Zugaben ging ein bereicherndes musikalisches Erlebnis zu Ende.

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