Gartenschau kostet sechs Millionen Euro

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Blick aus der Vogelperspektive: Hier soll die Landesgartenschau stattfinden.

Bad Gandersheim. Einstimmig hat sich der Sonderausschuss Landesgartenschau Bad Gandersheim in dieser Woche für die Bewerbung für das Jahr 2022 ausgesprochen.

Seit Freitagmittag stehen auch die exakten Kosten fest: rund 6,2 Millionen Euro kostet die Veranstaltung laut Planungsbüro Freizeit- und Tourismusberatung GmbH.

Für die Finanzierung hoffen die Veranstalter auf drei Förderungen: Das Programm zur Renaturierung der Gewässer, zum Städtebau und das EU-Programm für Tourismus. So sollen rund 3,5 Millionen Euro zusammenkommen.

Die Stadt Bad Gandersheim muss sich mit einer Eigenfinanzierung von knapp über zwei Millionen Euro an dem Projekt beteiligen.

Fünf Millionen durch Eintritt

Für die Landesgartenschau gibt es drei Rechnungen zur Besucherzahl. Sie reicht von pessimistischer Schätzung mit rund 455 000 Besuchern bis hin zur optimistischen Rechnung mit 564 000 Besuchern. Auf der Einnahmenseite geht man so in der defensiv genannten Rechnung von fünf Millionen Euro an Eintrittsgeldern aus und kommt mit Spenden, Sponsoring und Verpachtungen auf Einnahmen in Höhe von 5,9 Millionen Euro.

Damit entsteht eine Deckungslücke, die sich auf rund eine Million Euro beläuft. Sie könnten laut Planungsbüro unter anderem durch Parkgebühren oder eine Anhebung der Eintrittspreise reduziert werden. Bei einer höheren Besucherzahl könnte die Lücke, die möglicherweise auch noch von der Stadt gestopft werden müsste, kleiner werden.

Laut Bad Gandersheims Bürgermeisterin Franziska Schwarz fand die Beratung im Ausschuss bewusst in einem Ortsteil, nämlich in Harriehausen statt. „Wir müssen als Kurstadt etwas tun, um auch künftig bestehen zu können, und beziehen dafür intensiv die Ortschaften mit ein“, sagte sie der HNA. Sie sollen von der Gartenschau auch profitieren.

Um die Entscheidung über die Landesgartenschau in Bad Gandersheim als gemeinschaftliches Projekt auf die Beine stellen zu können, hat die Stadt die Bevölkerung von Anfang an mit eingebunden. „Anfangs gab es viel Skepsis in der Bevölkerung. Das hat sich jetzt aber gewandelt, wo es mehr Informationen gibt“, sagte Bürgermeisterin Franziska Schwarz der HNA. Die Skeptiker haben sich mit ihren Bedenken intensiv bei den Veranstaltungen eingebracht. „Wir waren mit einer Besuchergruppe aus Bad Gandersheimer Bürgern auch bei der aktuellen Landesgartenschau in Bad Lippspringe und haben uns angeschaut, wie eine Stadt mit vergleichbarer Größe die Veranstaltung umgesetzt hat“, berichtet Schwarz.  

Vor Ort habe es auch einen regen Austausch mit den Veranstaltern über Herausforderungen gegeben. Demnächst solle es deshalb eine weitere Fahrt zur Nordrhein-Westfälischen Landesgartenschau geben. Orte stärken Bei den Bürgerworkshops wurde der Wunsch geäußert, die Rad- und Fußwegeverbindungen im gesamten Gebiet der Stadt zu verbessern und lokale Attraktionen und Produkte besser zu vermarkten, als in der Vergangenheit. Die Unterkunftsangebote sollen außerdem nicht nur zur Landesgartenschau verbessert werden, sondern darüber hinaus. Laut aktuellem Planungsstand sollen die geschätzten 450.000 Besucher zu Wiederholungsbesuchern werden. Neben den baulichen Veränderungen könnten die Ortschaften mit eigenen Informationspavillons in die Gartenschau eingebunden werden. Die Findung eines Mottos wurde vorerst verschoben. 

Grundsätzlich sei das 51-seitige Dokument auch „nur ein erster Planungsentwurf“. „Wenn wir den Zuschlag für die Landesgartenschau bekommen, müssen wir unter anderem noch Landschaftsplaner engagieren“, erklärt die Bürgermeisterin. Thema wird die Landesgartenschau als Nächstes im Verwaltungsausschuss und im Stadtrat. Bis zum 30. Juni muss die Bewerbung abgegeben werden. Abhängig von der letztlichen Entscheidung ist dann noch die Bürgerbefragung, die zeitgleich mit der Bundestagswahl stattfinden wird. „Da darf jeder ab 14 Jahren mit abstimmen“, betont Franziska Schwarz. So soll sichergestellt werden, dass es eine Landesgartenschau „unserer Bürger“ wird. (kmn)

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